Unsere Reise in die Fränkische Schweiz,

ins Fichtelgebirge und nach Tschechien vom 27. Juni bis zum 1. Juli 2007

Viel erlebt hat die Reisegesellschaft des Cäcilienvereins auf ihrem Jahresausflug in die Fränkische Schweiz, das Fichtelgebirge und das grenznahe Tschechien. Bestens organisiert und vorbereitet von Resi Butzke und Otmar Lisiecki wurden die Teilnehmer auch während der Fahrt gut über das Geschehen außerhalb des Busses informiert, vor Ort vertraute man sich dann der Kompetenz eingeborener Gästeführer an. Das vielseitige Programm war in Eigenregie zusammengestellt und wurde bei den Mitreisenden sehr positiv und lobend aufgenommen.

Erster Tag – Mittwoch, 27. Juni 2007:

Start der Reise war früh um 7 Uhr morgens. Der Komfortbus der Fa. Wöhrle (mit dem uns bestens bekannten Fahrer Gerhard Weyhersmüller) wurde von 56 erwartungsvollen Reiseteilnehmern im Hurrastil geentert. Die Stimmung war – wie immer bei unseren Reisen – prächtig, das Wetter während unserer Reise zwar nicht der Hit, oft wolkig, auch sonnige Abschnitte, aber so gut wie kein Regen und von den Temperaturen nahezu ideal.

Bereits auf der Anreise nach Wunsiedel erwartete uns ein volles Programm. Da im Laufe des Tages größere Strapazen zu erwarten waren, gab es zur morgendlichen Stärkung am Bauernmarkt in Aurach erst einmal eine Badische Brezel und ein Glas Badischen Wein. Dann schlenderten wir durch Ansbach, einem Zentrum der Reformation in Franken und lernten drei imposante Kirchenbauten kennen, die Johanniskirche mit ihren eindrucksvollen Glasfenstern, St. Gumbertus mit dem barocken Predigtsaal, sowie die jüdische Synagoge, etwas versteckt in einem Bürgerhaus. Am Nachmittag hatten wir die Wahl – entweder eintauchen in das Höhlenlabyrinth der Teufelshöhle in Pottenstein oder aber mit der Frau des Burgherrn Thilo Freiherr von Wintzingerode aufsteigen zu dessen fast 1000 Jahre alten Burg um etwas zu erfahren von der Heiligen Elisabeth von Thüringen, die sich kurzzeitig auf dieser Burg aufgehalten hat.

Danach gab es eine Kaffeepause am Bus mit selbstgebackenem, sehr leckerem Kuchen unserer Vorsitzenden Theresia Butzke, für deren (Back)mühen wir uns an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanken.

Resi – es war einfach lecker!

Weiter ging die Fahrt ins Zentrum des Fichtelgebirges über Warmensteinach und Fichtelberg, vorbei an Ochsenkopf und Fichtelsee nach Wunsiedel. Im Stadthotel „Wunsiedler Hof“ waren fast alle Teilnehmer untergebracht, nur eine Hand voll musste in den „Bairischen Hof“ nach Marktredwitz ausweichen – der Taxitransfer durch den Wirt klappte aber bestens. Überhaupt – Hotelzimmer, Gaststube, Bar, Frühstücksbuffet und Abendessen – alles sehr gediegen und sauber, das Essen schmackhaft und reichlich. Wir alle waren sehr zufrieden, zumal die Wirtsleute und das Personal ausgesprochen freundlich, aufmerksam und zuvorkommend waren.

Zweiter Tag – Donnerstag, 28. Juni 2007:

Wegen vorgezogener Betriebsferien gab uns die Porzellanmanufaktur „Arzberg“ in Schirnding zwar kurzfristig einen Korb für die geplante Werksführung, das hinderte unsere Damen aber nicht, bereits am frühen Morgen die Verkaufsräume der Firma „Arzberg“ zu stürmen und – sehr zum Leidwesen der Geldbeutelverwalter – auch eine halbe Busladung Geschirr heraus zu schleppen. Die alternativ gebuchte Führung durch die wunderschöne, frisch renovierte barocke Dreifaltigkeitskirche in Kappl, einem Wahrzeichen des Stiftslandes, entpuppte sich dann für viele Teilnehmer als ein Highlight der Reise.

Mit Sicherheit ebenfalls herausragend die Klosterbibliothek der Zisterzienserinnenabtei in Waldsassen sowie ein Rundgang durch die barocke Pfeilerbasilika St. Maria und St. Johannes, eine der bemerkenswertesten Barockkirchen Bayerns. Sie erhielt vom Papst sogar den besonderen Ehrentitel „Basilica minor“, die nur an wirklich bedeutende Kirchenbauten verliehen wird.

Nach der Mittagspause in Marktredwitz wurde die Fitness der Teilnehmer mit einem Spaziergang (?) durch den bürgerlichen Landschaftsgarten auf der Luisenburg getestet, einem Teil des Felsenlabyrinths Kösseine, dem größten und schönsten Granitgesteinsmeer Europas. Obwohl der Weg etwas Kondition und wegen der vielen unregelmäßigen Treppenstufen auch Trittsicherheit erforderte, wurde er von uns souverän gemeistert.

Am späten Nachmittag erhielten wir dann noch einen Einblick in die Herstellung des Sechsämtertropfens, deren „Wasser“ nicht nur leicht getrübt war und übel riechend, sondern auch durchaus dazu geeignet, dem einen oder anderen „Genießer“ die Sinne leicht zu vernebeln.

Dritter Tag – Freitag, 29. Juni 2007:

Natürlich war die Nacht wieder viel zu kurz. Heute standen zwei kulturelle und wirtschaftliche Zentren Oberfrankens, die Städte Bayreuth und Kulmbach auf dem Reiseprogramm.

Was wäre Bayreuth ohne Richard Wagner? Also – zuerst Ausstieg und Fotostopp am Festspielhaus auf dem Festspielhaushügel. Das Haus mit fast 2000 Sitzplätzen lag noch im Sommerschlaf, denn die Eröffnung der Spielzeit 2007 mit „Meistersinger“ geht erst Ende Juli los. Und Außerdem wäre uns der Besuch einer Aufführung ohnehin unmöglich gewesen, denn derzeit beträgt die Wartezeit auf Eintrittskarten ca. 8 Jahre (!!), was den Zeitrahmen unseres Ausfluges deutlich gesprengt hätte. Eine Innenbesichtigung des Festspielhauses außerhalb der Spielsaison war ebenfalls nicht möglich, aber die Chance eines Gruppenbildes vor dem Eingang ließen wir natürlich nicht ungenutzt. (Mehr gefällig? klicken sie hier…)

Danach entdeckten wir in Begleitung charmanter Gästeführerinnen den historischen Stadtkern, das Alte und Neue Schloss mit Schlosskirche, die Spitalkirche und – auch das ganz sicher ein Höhepunkt der Reise – das noch original erhaltene Markgräfliche Opernhaus, ein Juwel unter den Theaterbauten des 18. Jahrhunderts. Die Geschichte des Hauses und der Zeit wurden uns in einer Ton- und Lichtinszenierung näher gebracht. So erfuhren wir viel über das Markgrafenpaar Friedrich und Wilhelmine und deren Tochter Elisabeth Frederike Sophie, anlässlich deren Vermählung mit dem Württemberger Herzog Karl Eugen das Opernhaus eingeweiht wurde.

Das Markgräfliche Operhaus steht zwar in keiner direkten Verbindung zu Richard Wagner, der Kreis zu diesem Komponisten schloss sich aber dann wieder durch den Besuch seines Grabes im Anwesen seines ehemaligen Wohnhauses, dem Haus „Wahnfried“. Dort erfreute Resi Butzke uns mit einer Führung durch das Richard-Wagner-Museum sowie die ständige Ausstellung über die Geschichte der Bayreuther Festspiele.

Der Zeitplan heute war sehr eng, so dass für eine gemütliche Mittagspause keine Zeit blieb und man sich daher mit Fastfood oder einem belegten Wecken vom Metzger begnügen musste.

Nächste Station war der Parkplatz Schwedensteg in Kulmbach, von wo uns der Plassenburg-Express in wenigen Minuten hoch zur Plassenburg fuhr. Bei einem individuellen Rundgang konnte das Deutsche Zinnfigurenmuseum mit weit über 300.000 Zinnfiguren besichtigt werden oder aber das Landschaftsmuseum Obermain. Sehr gefallen konnte auch der schönste Renaissance-Burginnenhof nördlich der Alpen, wenige ganz Mutige riskierten einen verstohlenen Blick in die Burgkapelle; ganz sicher kostenfrei war für alle aber der herrliche Blick auf die Stadt Kulmbach und ins Tal des Weißen Maines.

Nach einer Kaffeepause im Burgrestaurant holte uns der Expressbus wieder auf der Burg ab und brachte uns direkt zum Bayrischen Brauereimuseum im Mönchshof-Brauhaus, wo bereits seit mehr als 600 Jahren Bier gebraut wird, seit 1516 nach dem Reinheitsgebot. Das Museum ist absolut sehenswert und so erfreuten wir uns zum Abschluss des Tages an einer Führung, einer Multivisionsschau und abschließend auch noch an einer Bierprobe. Hier konnten wir endlich einer breiten Öffentlichkeit zeigen, was wir als Kirchenchor gesanglich so alles drauf haben…

Den Tagesabschluss bildete ein leckeres Fränkisches Buffet „daheim“ im „Wunsiedler Hof“. Natürlich haben wir alle guten Vorsätze sofort über Bord geworfen, viel zu viel gegessen und zur Verdauung dann einen Drink oder zwei oder … aus der uns inzwischen wohl bekannten Sechsämtertropfenquelle genommen.

Vierter Tag – Samstag, 30. Juni 2007:

Auch diese Nacht war natürlich wieder zu kurz. Überhaupt – wo haben die Reiseteilnehmer diese Kondition her? Respekt!

Bereits um 8:30 Uhr hatten wir dann ein Date mit Olina. Olina war unsere Tschechische Reiseleiterin, sprach hervorragend deutsch, war auch sonst nicht unansehnlich und holte uns am Grenzübergang Schirnding ab, um uns für ihre Heimat, das Egerland und Nordböhmen, zu begeistern. Erster Halt war an der Russisch-Orthodoxen Kirche in Marienbad, dem zweitgrößten tschechischen Heilbad. Für alle, die noch nie in einer Russisch – Orthodoxen Kirche waren, gab es viel Neues zu entdecken und so wurde den Ausführungen von Olina hier auch besonders aufmerksam gelauscht.

Nach einem Gruppenfoto vor der Kirche ging es zu Fuß durch die Stadt, vorbei an sehr schönen im Historismus und Jugendstil restaurierten Kurhotels und -einrichtungen. Punkt 11 Uhr erwarteten uns Wasserspiele an der „Singenden Fontäne“, unterlegt mit Musik von Verdis „Nabucco“. Die Ambrosiusquelle hatte es vor allem einigen Männern (Fotobeweis liegt vor) angetan, denn der Genuss des Quellwassers soll angeblich aphrodisierende Wirkung haben und bekanntlich stirbt ja die Hoffnung zuletzt. Allerdings behaupteten die „betroffenen“ Damen am nächsten Tag, mit der Wirkung des Wässerchens sei es nicht weit her.




Nach dem gemeinsamen Mittagessen ganz in der Nähe von Marienbad – natürlich mit Böhmischen Knödeln – ging es weiter zum Schloss „Kynzvart“ (Königswart), wo Clemens Wenceslaus Nepomuk Lothar Fürst von Metternich, Staatsmann im österreichischen Kaiserreich, lange lebte. Die Führung durch 25 Zimmer, Salons, Bibliothek und Kuriosenkabinett des Schlosses mit den vielen Kunstgegenständen in den repräsentativen Innenräumen war durchaus beeindruckend.

Maria Loreto bei Eger ist ein katholischer Wallfahrtsort und Gnadenstätte. Über enge Straßen quälte sich der Bus bergauf zur Kirche, die während des kommunistischen Regimes der Zerstörung und Schändung preisgegeben war und erst nach Gründung eines Fördervereins 1992 in Waldsassen und nach Bereitstellung von Spendengeldern nach zweijähriger Bauzeit 1994 wieder mit Leben erfüllt wurde. Herrlich auch der Blick von dort über die tschechisch-deutsche Grenze nach Kappl zur Dreifaltigkeitskirche und in die Berglandschaft Nordböhmens.




Es war bereits früher Abend, als wir noch einen kleinen Rundgang durch den historischen Stadtkern der früheren Reichsstadt Eger unternommen haben. Eger hat heute ca. 30 000 Einwohner, das Symbol der Stadt, der Spalicek, dessen Erinnerung bis ins 13. Jahrhundert reicht, aber auch die anderen hübsch restaurierten städtischen Häuser, u. a. auch das Haus, in dem Wallenstein ermordet wurde, bilden die unvergessliche Atmosphäre des Marktplatzes.

Olina wurde von ihrer „Jälinger“ Reisegruppe herzlich verabschiedet und sie freut sich schon heute auf einen erneuten Besuch von uns, dann vielleicht in Südböhmen, Prag oder Brünn.

Fünfter Tag – Sonntag, 1. Juli 2007:

Immer noch waren die meisten Reiseteilnehmer erstaunlich fit, wenn auch bei einigen Körperhaltung und Größe der Augeniris anderes vermuten ließ.

Bamberg – noch einmal Mittelalter pur, denn diese Stadt wurde als eine der wenigen fränkischen Städte im 2. Weltkrieg nicht zerstört. Ein Gang durch die wunderschöne Altstadt versetzte uns zurück in das Alltagsleben der Bürger, die diese prächtige Stadt geschaffen haben. So stand die letzte Führung unserer Reise auch unter dem Motto „Feuer, Met und Hexensalbe“. Was beschäftigte und bewegte diese Menschen, wie lebten sie? – Wir lernten alte handwerkliche Techniken kennen wie das Feuerschlagen mit Stein, Stahl und Zunder oder das Spinnen mit einer Handspindel, wir erfuhren den Unterschied zwischen Schnabel- und Kuhmaulschuh, kosteten Met aus dem Trinkhorn und lauschten einer Ablasspredigt. Alle unsere Fragen wurden beantwortet und gipfelten in der Erkenntnis, dass das Leben heute doch wesentlich angenehmer ist als im Mittelalter, aber es „Hexen“ auch heute noch gibt. Allerdings werden sie nicht mehr verbrannt.




Das Abschlussabendessen auf der Heimfahrt gab es „Im Hinterhöfle“, einem idyllischen Bier- und Weingarten, in Volkach. Wir hatten Glück, denn in allen Gaststätten und Weinlauben von Volkach gab es an diesem Abend musikalische Unterhaltung. Zwar war der 3-Mann-Kapelle in unserer Hinterhoflaube das „Badnerlied“ völlig fremd, gerne gaben wir hier Entwicklungshilfe und schmetterten mit Inbrunst alle „anständigen“ Strophen in den fränkischen Abendhimmel.





Nach 18 Uhr verabschiedeten wir uns aus dem „Hinterhöfle“ mit „Hände zum Himmel“ und „Muss i denn, muss i denn …“ und hinterließen – sehr zum Leidwesen anderer Gäste – eine beschauliche Ruhe.

Eine abschließende Rast oberhalb des Jagsttales eröffnete uns die letzte Möglichkeit, noch verbliebene Kuchen- und Wurstreste zu vertilgen, um 21:30 Uhr erreichten wir wieder gesund und zufrieden „Jälingen“.



Besonderer Dank gilt dem Verwalter unserer Reisekasse, Peter Butzke, der immer zur Stelle war, wenn irgendwo Geld benötigt wurde Dank auch an unsere Fotografen Ilona Pfeiffer, Wolfgang Schaier sowie Thomas Vollmer, die fleißig „geknipst“ haben und diese Reise ganz sicher ins rechte Bild gerückt haben. Ohne Zweifel war das von Resi und Otmar „gestrickte“ Programm anstrengend, aber auch sehr vielseitig und interessant gestaltet.
Herzlichen Dank für die sehr gute Vorbereitung und Organisation euch beiden und speziell an Otmar für die Begleitung im Cockpit des Busses als „Reiseleiter“ und „Heizdeckenverkäufer“.

Wir alle haben sehr viele neue Eindrücke gewonnen, alles in bester Stimmung und ohne jegliche Misstöne. Es war super!

Für diejenigen, die sich näher über unsere Unterbringung, unsere Besichtigungsstationen und Führungen befassen wollen um diese womöglich in eine eigene Urlaubs- oder Ausflugsplanung mit ein zu beziehen nachfolgend einige Links:

Wir fuhren mit einem Bus der Firma Wöhrle, Oberderdingen

Wir waren untergebracht im Hotel Wunsiedler Hof, Wunsiedeln und im Hotel Bairischer Hof, Marktredwitz

Unsere vielfältigen Ausflugsziele und Programmpunkte waren:

Ansbach – Führung „Auf den Spuren der Reformation“

Pottenstein – Besichtigung der Teufelshöhle oder (alternativ) der Burg Pottenstein

Schirnding – Besuch des Verkaufsraumes der Porzelanmanufaktur Arzberg

Kappl – Besichtigung der Dreifaltigkeitskirche

Waldsassen – Besuch der Basilika und der Klosterbibliothek der Zisterzienserinnen-Abtei

Wunsiedeln – Felsenlabyrinth Luisenburg „Bürgerlicher Landschaftsgarten“ und Besuch „Sechsämtertropfen-Quelle

Bayreuth – Fotostopp am Festspielhaus, Stadtrundgang, Besichtigung Markgräfliches Opernhauses, Haus Wahnfried

Kulmbach – Besuch der Plassenburg, dort Besuch Deutsches Zinnfigurenmuseum oder (alternativ) Landschaftsmuseums sowie Besuch des Bayrischen Brauereimuseums, Mönchshof-Brauhaus

Tschechien – Besuch mit Führung in Marienbad, Schloss Kynzvart (Schloss Königswart / Metternich), sowie der Kapelle Maria Loreto und der Stadt Cheb (Eger)

Bamberg – Stadtführung „Feuer, Met und Hexensalbe“

19/07/07-OL/BS