Bei unserem ersten Rastatt-Halbtagesausflug…

…machten sich am Samstag, dem 5. April 2003 viele Vereinsmitglieder und Angehörige mit der Stadtbahn auf den Weg nach Rastatt, um das dortige Schloss und den historischen Stadtkern bei einer Führung näher kennen zu lernen.

Das ursprüngliche Jagdschloss wurde von 1700-1707 unter Markgraf Ludwig Wilhelm (Türkenlouis) nach Plänen des italienischen Architekten Rossi und nach Vorbild des Versailler Schlosses im barocken Stil mit klassizistischen Elementen zur Residenz der Markgrafen von Baden (kath. Linie/Baden Baden) ausgebaut. Heute befindet sich im Schloss das Wehrgeschichtliche Museum und das Museum für die Freiheitsbewegung in der deutschen Geschichte.

Unser Ziel war jedoch eine Führung durch die Räume des Schlosses im prächtigen Rokoko, der so genannten „Belle Etage“.

Im Schloss wurden wir von einer „Hofdame“ und einem „Kammerdiener“ in historischen Kostümen nach höfischem Zeremoniell empfangen und unter dem Motto „Klatsch und Tratsch im Schloss“ in zwei Gruppen durch den Ahnensaal (Vorspielen einer höfischen Szene wie vor 300 Jahren) und die reich ausgestatteten Prunkgemächer des Markgrafen und der Markgräfin Sibylla Augusta geleitet.

Jupiter und Herkules, Symbole der Macht, begegneten uns sowohl als vergoldete Statue auf dem Schloss als auch in Deckengemälden, während die Dekoration der Gemächer Sibylla Augustas auf den Machterhalt durch männliche Erben hinweist. Leider gingen die Möbel und die übrige bewegliche Einrichtung verloren und die Tapeten sind großteils auch nicht mehr im Original vorhanden.
Pikante und amüsante Geschichten versetzten uns anschaulich in die damalige Zeit.

Wir erfuhren eindrucksvoll, wie die Fürsten damals auf der Straße zu grüßen waren und nach kurzer Übung gelang das dann auch einigen von uns. (Allerdings dürften die Meisten doch sehr froh darüber sein, dass diese Sitte in unserer Zeit nicht mehr ganz so streng gehandhabt werden muss…) Außerdem erfuhren wir auch noch Interessantes über die damalige Art des Tanzens.





Alles in Allem kann man wohl sagen, dass wir eine sehr gelungene und lehrreiche Führung durch die „Belle Etage“ gemacht haben.

Nach einer Kaffeepause im Schlosscafe machten wir noch einen kleinen geführten Stadtrundgang, vorbei an den Häusern ehemaliger Hofbeamter (z.B. Rossihaus), entlang der Ev. Stadtkirche (Teil einer früheren Klosteranlage) und der Bernharduskirche sowie sehenswerter Brunnen bis hin zur Fußgängerzone am Historischen Rathaus und rund um die Stadtkirche St. Alexander.

Ein schöner Abschluss dieses auch bezüglich des Wetters herrlichen Tages war dann das gemütliche Beisammensein im Gasthaus „Hopfenschlingel“ (mit eigener Brauerei) bei gutem Essen und würzigem Bier.