…ins Land der Franken fahren!

Bericht vom Tagesausflug nach Würzburg

Nur zufriedene Gesichter gab es nach unserem Tagesausflug nach Würzburg am 6. Mai. „Kaiserwetter“ begleitete uns den ganzen Tag im Frankenland, die Stimmung war entspannt und fröhlich und das von Resi und Peter Butzke sowie von Sibylla und Otmar Lisiecki zusammengestellte Programm fand allgemeine Zustimmung und Anerkennung.

Die Abfahrt in Jöhlingen um 7 Uhr morgens war superpünktlich, Beifahrer Peter gab unserem Fahrer die (Himmels)Richtung vor, Resi begrüßte die müde Mannschaft an Bord und während der Fahrt verkürzte „Franke“ Otmar mit einem kleinen Sprachkurs über die fränkische Küche und dem Absingen des Frankenliedes am „Grenzübergang Taubertal“ die Zeit.

Zu Beginn der Führung auf der Festung Marienberg fanden die beiden Gästeführer bereits eine lockere Truppe vor, denn die hatte sich nicht nur mit Brezeln gestärkt, sondern in Erwartung des anstrengenden Tages auch schon einige Flaschen badischen Weines vertilgt – man weiß ja nie, wann es wieder was zu trinken gibt.

Während der qualifizierten, aber auch unterhaltsamen Führung durch Würzburg, erfuhren wir viel Interessantes über die Geschichte und die Kultur der Frankenmetropole. Das Gruppenbild wurde auf der Festung Marienberg geschossen, über die Tellsteige ging es dann hinunter zur Alten Mainbrücke und zum Rathaus, wo eine Dauerausstellung in einem Gedenkraum an die fast vollständige Zerstörung Würzburgs in den letzen Kriegstagen erinnerte und auch nachdenklich machte. Durch die Domstraße spazierten wir weiter zum Dom St. Kilian, wo von der Romanik bis zum Barock alle Baustile erkennbar sind und bedeutende Kunstwerke zu sehen sind wie eine Dreikönigsgruppe und die Renaissance-Kanzel aus dem 13. Jahrhundert und besonders eindrucksvoll die Grabmäler der Bischöfe, unter anderem die von Tilman Riemenschneider gefertigten Meisterwerke mit Abbildern der Bischöfe Rudolf von Scherenberg und Lorenz von Bibra.




Weiter ging die Führung durchs Lusamgärtchen mit dem spätromanischen Kreuzgang, wo Walther von der Vogelweide seine letzte Ruhe gefunden hat, ins Stift Neumünster, das über der Grabstätte des Hl. Kilian errichtet wurde und dessen gewaltige Kuppel den Krieg unversehrt überstand. Am Marktplatz bewunderten wir die wunderschöne Rokokofassade des Hauses des Falken und erfuhren wissenswertes über die Marienkapelle, Würzburgs Bürgerkirche und bevorzugter Begräbnisstätte der Ratsmitglieder. Eine zum 200. Todestag angebrachte Gedenktafel erinnert an den großen Barockarchitekten Balthasar Neumann, dessen Bauten uns an jeder Ecke begegneten und der übrigens auch für die Treppe im barocken Bruchsaler Schloss verantwortlich zeichnete.

Nach 3 Stunden Führung waren die Beine schwer, der Magen knurrte und der Hals war trocken. In der „Alten Weinstube“ des „Bürgerspital zum Heiligen Geist“ konnte der Akku wieder aufgefrischt werden. Da wir dort schnell und gut bedient wurden, blieb vor dem vorgesehenen Nachmittagsprogramm noch ausreichend Zeit, auf eigene Faust einen kleinen Stadtbummel zu unternehmen und einen Kaffee zu trinken oder ein Eis zu essen.

Am Nachmittag besuchte ein Großteil unserer Reisegruppe die Fürstbischöfliche Residenz, eines der bedeutendsten Schlösser Europas und heute UNESCO Weltkulturerbe. Die Residenz wurde nach den Plänen Balthasar Neumanns gebaut, bei der Ausstattung wirkte eine große Zahl hervorragender Künstler mit, darunter der Stuckateur Antonio Bossi und der bedeutende Freskenmaler Giovanni Battista Tiepolo, der im Treppenhaus das größte zusammenhängende Fresko der Welt schuf.



Ein kleiner Kreis von Liebhabern dunkler, aber heimeliger Weinkeller, ließ sich durch den „Staatlichen Hofkeller“ führen, labte sich an einem Gläschen „2003er Würzburger Stein Silvaner Kabinett trocken“ und lernte einen alten Kellerspruch:„Das Zanken, Fluchen, Zotenreißen, mit großen Worten um sich schmeißen, das Kratzen, Schreiben an den Wänden, das Klopfen an die Faß mit Händen, Fürwitz und ander Unbegier, geziemet sich durchaus nicht hier.“ Da die uns kredenzte Menge Wein überschaubar war, kamen wir ohnehin nicht in Versuchung, über die Stränge zu schlagen.

Eine dritte Gruppe begeisterte sich an Kunst und besuchte das „Museum am Dom“ und den „Domschatz“. Das Museum stellte in einer völlig neuen Konzeption „alte“ und „neue“ Kunst gegenüber. So fand man Werke von Tilman Riemenschneider und Johann Zick neben Werken von Käthe Kollwitz und Joseph Beuys oder Otto Dix und Werner Tübke. Die Kostbarkeiten des „Domschatzes“ aus dem 11. bis zum 20. Jahrhundert wurden uns im Marmelsteiner Hof präsentiert. Grabbeigaben, wertvolle Zeugnisse aus Stein, Holz und Bronze, Goldschmiedearbeiten, Gemälde und Textilien gaben zugleich Einblick in die verschiedenen Epochen.

Dann war wieder Freizeit angesagt, ein Teil von uns genoss die warmen Sonnenstrahlen im Residenz-Cafe, ein anderer Teil saß im Cafe am Dom, wieder andere schlenderten durch das übervolle Würzburg und Monika Schiffer posierte – wie ihre Namenskollegin Claudia – vor ihrem Traumauto, einem schneeweißen Rolls Royce Silver Wraith.

Damit war der Tag jedoch noch nicht beendet, denn wir fuhren weiter zum Abendessen nach Sommerhausen, einem hübschen mittelalterlichen Städtchen, rundum von einer Stadtmauer umgeben, schönen Gassen zum Bummeln und zahlreichen kleinen Galerien, Künstlerkneipen, Weinstuben und Lokalen. Dort fand jeder, seinem Gusto und Geldbeutel entsprechend, etwas Passendes, um den Abend ausklingen und das Erlebte sacken zu lassen.

Um 20 Uhr wurde mit dem Doppeldecker die Rückreise angetreten und wir erreichten Jöhlingen kurz nach 22 Uhr pannen- und stressfrei. Nach einem zwar anstrengenden, aber auch erlebnisreichen Tag bedankte sich unsere Vorsitzende Resi Butzke für die prächtige Stimmung innerhalb der „Truppe“ und insbesondere dafür, dass alle Fahrtteilnehmer wunderbar mitgezogen hätten.

Sicher werden die Bilder dieser Fahrt, aber auch die des ganzen Jubeljahres des Vereins im Rahmen eines gemütlichen Abends im kommenden Winter zu neuem Leben erweckt und – nach der Reise ist vor der Reise – die Pläne liegen schon in der Schublade.