Cäcilienfeier 2002

Rückblick auf unsere Cäcilienfeier vom Samstag, dem 23. 11. und Sonntag, dem 24. 11. 2002

Nach einer zweijährigen Pause konnten wir im Jahr 2002 in den neu renovierten und sehr gelungen umgestalteten Räumen (wie die 1. Vorsitzende, Frau Resi Butzke bei ihrer Begrüßung sagte) endlich wieder in unserer gewohnten Umgebung unsere Cäcilienfeiern im Martinussaal durchführen. Der voll besetzte Saal bestätigte dem Kirchenchor, dass dieser von seiner Anziehungskraft nichts verloren hat.

Nach dem Liedvortrag „Hymne zu Ehren der hl. Cäcilie“ (von M. Welker/H. Sennes) begrüßte Frau Butzke die Gäste aus nah und fern, und es war ihr eine große Ehre, unseren Präses, Herrn Pfarrer Speckert begrüßen zu dürfen, und ebenso unseren Dirigenten, Herrn Andreas Sekulla (welcher am Samstag zugleich sein „Cäcilienfeier-Debüt“ gab).

Außerdem begrüßen konnte sie Herrn Bürgermeister Mahler und die Vertreter des Gemeinderats, Herrn Pfarrer Sauer von der ev. Kirchengemeinde, Herrn Rektor Bohmüller, die Vertreter der örtlichen Vereine, der KJG und des Pfarrgemeinderats, Mitglieder der Kirchenchöre Obergrombach, Bretten und Neureut-Nord, sowie alle Sängerinnen und Sänger.

Im ersten Teil brachte der Chor geistliches Liedgut zu Gehör. Dem bekannten „Locus iste“ von Anton Bruckner folgte der „Festgesang“ von Ch. W. Gluck. Den Abschluss des ersten Teils bildete das Stück „Verleih uns Frieden“ von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Nun führte Herr Pfarrer Speckert die Ehrungen durch. Es wurden geehrt:

für 60 Jahre aktive Mitgliedschaft: Frau Ruth Winteroll
für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft: Frau Friedlinde Hochmuth und Frau Monika Schiffer
für 25 Jahre aktive Mitgliedschaft: Frau Helga Ruppert
Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurden geehrt: Frau Eleonore Baranowski, Frau Ingeborg Braun und Frau Helga Schiffer.

Alle geehrten Personen bekamen außerdem als kleines Dankeschön für ihre Treue von der 1. Vorsitzenden ein Präsent überreicht.

Im Anschluss an die Ehrungen wurden die Mitglieder und Gäste mit brasilianischen und mit heimatlichen Klängen unterhalten. Das Lied „Brazil“ (von Ralph Maria Siegel), das ausschließlich Herrn Pfr. Süeckert gewidmet war, dirigierte unser Vizedirigent Michael Paul, begleitet wurde es von unserem Dirigenten Andreas Sekulla am Klavier. „Leb wohl mein schönes Mädchen“ von Gerd Onnen war das nächste Stück. Als Kontrast folgten sodann noch zwei Heimatlieder: „Im Walzbachtal“ von Emil Haberstroh, (dem früheren Jöhlinger Lehrer und Chorleiter) sowie das „Heimatlied“ von M. Orrel.

In der nun folgenden Pause wurde wieder eine reichhaltige Tombola angeboten, die erstmals in dem großzügig und schön angelegten Foyer aufgebaut und ausgegeben wurde.

Was wäre eine Jöhlinger Cäcilienfeier ohne Theaterstück?

„…kommt von irgendwo ein Lichtlein her“ (von Thomas Hafen) hieß das diesjährige Stück, welches unsere vereinseigene Theatergruppe unter der bewährten Leitung von Valentin Ruppert in gewohnt gekonnter Manier zur Aufführung brachte. Die „Geschichte“ spielte sich in einem nicht näher bezeichneten Ort, irgendwo zwischen Wössingen und Weingarten ab. Zwar ebenfalls am Walzbach gelegen wäre aber jede weitere Ähnlichkeit mit unserer Heimatgemeinde undenkbar. Auch, wenn einerseits einige mehr oder weniger altbekannte Namen des öffentlichen und geschäftlichen Lebens erwähnt wurden und andererseits der Blick „durch“ das Kulissenfenster ein ebenfalls durchaus bekanntes Motiv zeigte. Aber dass es bei uns im Pfarrhaus so (oder auch nur so ähnlich) zugehen würde wie in unserem Theaterstück ist eigentlich undenkbar! (Und das ist jetzt keineswegs ironisch gemeint!)

Letztendlich drehte sich in dem Stück alles um 13.000,- Euro, die unser (Theater-)Pfarrer Buck (dargestellt von Wolfgang Müller) in einer schwachen Minute zusammen mit seinem Messner Jakob (Alexander Mergl) beim Kartenspiel verloren hat. Das wäre vielleicht weniger schlimm, wenn es sich nicht ausgerechnet um den in sieben langen Jahren und mit unzähligen Kollekten mühselig angesparten Betrag für das neue Altarbild gehandelt hätte. Und ein solches Bild war dringend notwendig, da das alte der ungestümen Scheuermilch-Putzorgie der Pfarrhaushälterin Kunigunde (Heike Traunfelder) zum Opfer gefallen war. „Ohne Moos nix los“, und so war guter Rat teuer, und irgendwie musste man eine Lösung finden, ohne dass die Messner-Tochter Magda (Nicole Schreiber) zuvor den Verlust des Geldes bemerkte. Immerhin dürfte ja der bestellte Maler, der Klosterbruder Ambrosius vom Kloster Engelsee schon auf dem Weg ins Dorf sein. Wie sollte man den bezahlen?
Gott sei Dank tauchte da aber rechtzeitig der Wanderbursche Valentin (Valentin Ruppert) auf. Wie Pfr. Buck wohl wusste war dieser nicht nur ein sehr geschickter Kerzendreher sondern vor allem auch ein äußerst fähiger Kunstmaler. Traf es sich da nicht besonders gut, dass die Briefträgerin Maxi (Beate Maier) einen Brief vom Kloster Engelsee brachte, in welchem Pfr. Buck erfuhr, dass Bruder Ambrosius sich von der Kunst zurückgezogen hätte und aufgrund seines hohen Alters von 104 Jahren keine Altarbilder mehr malen könne. Da bot sich doch eine – wenn auch nicht ganz korrekte – Lösung des Problems an: Kurzerhand wurde der Valentin in ein Mönchsgewand gesteckt und dem ganzen Dorf als der erwartete Bruder Amrosius vorgestellt. Kein ganz einfaches Unterfangen, hatte dieser doch – nach eigener Aussage – „von Religion keinen blassen Schimmer!“

Während Pfr. Buck eine dreiwöchige Wallfahrt nach Spanien antrat begann der Valentin mit dem neuen Altarbild, das er allerdings nicht so gewöhnlich sondern eher etwas eigenwillig gestaltete, und so war es kein Wunder, dass es im Dorf doch ziemlich drunter und drüber ging. Immerhin vertrat der falsche Bruder ja auch noch den wallfahrenden Pfarrer in allerlei seelsorgerischen Belangen und nicht zuletzt – wenn auch nur aus Versehen – im Beichtstuhl. Außerdem war da ja noch der Kriminalkomisar Bärwein (Jochen Schlegelmilch), der einen Landstreicher verfolgte, welcher dem Sternenwirt in Wössingen angeblich den Betrag von (welch Zufall!) ebenfalls 13.000,- Euro gestohlen hat. Und nicht zuletzt traf nochmals Post vom Kloster Engelsee ein, weil Bruder Ambrosius (also der echte) plötzlich gestorben ist. Und das, obwohl doch der Bruder Ambrosius (also der falsche) noch immer im Dorf am Altarbild herumpinselte. Probleme über Probleme für den eben aus Spanien heimgekehrten Pfarrer Buck.

Gott sei Dank gelang es schließlich, alle Verwicklungen zu entwirren, und wenn auch des öfteren das Licht ausfiel (Kunigunde: „Also den ‚Elektro‘, den stell’ ich jetzt in den Senkel!“) brachte der Kommisar unter Mithilfe des Pfarrers schließlich noch genau ebendieses in die Angelegenheit und letztendlich kam die Gemeinde doch noch zu einem neuen Altarbild und der arme Valentin zu einem neuen Nachnamen inklusive einem gültigen Personalausweis.



Unsere Theatergruppe hat auch in diesem Jahr wieder Großartiges geleistet und gezeigt, was in ihr steckt. Der Ehrgeiz und das Engagement zeichnet diese Gruppe immer wieder aus. Am minutenlangen Beifall des Publikums konnte man erkennen, dass es allen außerordentlich gut gefallen hat. Alle Mitwirkenden – nicht zu vergessen die Souffleurin Lucia Ruppert – haben sich wieder einmal selbst übertroffen und bekamen von Frau Butzke ein Präsent überreicht.

Ein besonderer Dank geht an Herrn Gerhard Paul, der ein Meister seines Fachs beim Bühnenentwurf ist. Was er bisher für unseren Verein in diesem Bereich in den vergangenen Jahren geleistet hat kann man mit einfachen Worten gar nicht ausdrücken. Mit viel Einfallsreichtum und Idealismus geht er jedes Mal an ein neues Bühnenbild heran. Wir hoffen, dass es seine Gesundheit weiterhin zulässt, uns auch in Zukunft mit schönen Bühnenbildern zu verwöhnen.

Die Vorsitzende bedankte sich bei Herrn Paul mit einem Präsent. Ebenso erhielt auch Frau Paul ein Präsent für die vielen Stunden, in denen sie auf ihren Mann verzichten musste.

Die Vorsitzende bedankte sich bei allen Helferinnen und Helfer, die bei den umfangreichen Vorbereitungen und am gelungenen Ablauf der beiden Cäcilienfeier-Abende beteiligt waren. Ein großes Lob und Dankeschön gehörte auch den Spendern, die zur reichhaltigen Tombola beigetragen hatten sowie allen Besucherinnen und Besuchern für ihren Applaus.