Cäcilienfeier 2003

Rückblick auf unsere Cäcilienfeier vom Samstag, dem 15. 11. und Sonntag, dem 16. 11. 2003

Wieder einmal konnten wir unsere Cäcilienfeiern im Martinussaal durchführen.

Nach dem Liedvortrag „Groß ist der Herr“ (von Carl Ph. E. Bach) begrüßte Frau Butzke die Gäste aus nah und fern, und es war ihr eine große Ehre, unseren Präses, Herrn Pfarrer Speckert begrüßen zu dürfen, und ebenso unseren Dirigenten, Herrn Andreas Sekulla.

Außerdem begrüßen konnte sie Herrn Bürgermeister Burgey und die Vertreter des Gemeinderats, Herrn Pfarrer Sauer von der ev. Kirchengemeinde, Herrn Rektor Bohmüller, die Vertreter der örtlichen Vereine, der KJG und des Pfarrgemeinderats, Mitglieder auswärtiger, befreundeter Chöre, sowie alle Sängerinnen und Sänger.

„‚Gott loben, das ist unser Amt‘ singen wir in einem Chor,“ sprach Frau Butzke weiter. „Gott zu loben und zu preisen ist die Pflicht des Kirchenchores und somit seine wichtigste Aufgabe. Das wollen wir im ersten Teil unserer Feier zum Ausdruck bringen, sowohl mit Werken alter Meister aber auch mit neuen, geistlichen Liedern.“

Im ersten Teil brachte der Chor also geistliches Liedgut zu Gehör. Dem Vortrag „Singet dem Herrn ein neues Lied“ von Heinrich Schütz folgte „Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer“ von L. A. Lundberg und G. Neubert. Den Abschluss des ersten Teils bildete das Stück „Herr, Gott, dich loben wir“ von W. A. Mozart.

Nun führte Herr Pfarrer Speckert die Ehrungen durch. Es wurden geehrt:

für 50 Jahre aktive Mitgliedschaft: Frau Sieglinde Höhn
für 25 Jahre aktive Mitgliedschaft: Frau Eva Bofinger, Frau Anke Kirchgässner-Kloss und Frau Heike Traunfelder
Für 40 Jahre passive Mitgliedschaft wurde geehrt: Herr Norbert Meister. Außerdem wurden hierfür geehrt (in Abwesenheit) Frau Eleonore Dussling und Frau Thilde Ditzel

Alle geehrten Personen bekamen außerdem als kleines Dankeschön für ihre Treue von der 1. Vorsitzenden ein Präsent überreicht.

Frau Butzke hatte in ihrer Begrüßungsrede festgestellt: Der Kirchenchor liebt die Geselligkeit, und deshalb kommt bei uns auch weltliches Liedgut zu seinem Recht.“ Somit wurden die Gäste also im Anschluss an die Ehrungen mit heiteren Trinkliedern unterhalten.

Das „Chianti-Lied“ (von G. Winkler) dirigierte unser Vizedirigent Michael Paul, begleitet wurde es von unserem Dirigenten Andreas Sekulla am Klavier. Der „Südlichen Sommernacht“ von H. Gernhold und O. Groll folgte das allseits bekannte „Trinklied aus dem ‚Studentenprinzen'“ von S. Romberg und K. Steimer. Und zum Schluß gab’s dann noch heimatliche Klänge mit dem „Hasensprunglied“ von Klara Schwarzwälder, welches unser Sangesbruder Bernhard Volk eigens für uns arrangiert hatte.

In der nun folgenden Pause wurde wieder eine reichhaltige Tombola angeboten.

Was wäre eine Jöhlinger Cäcilienfeier ohne Theaterstück?

„Tante Karolines Erben“ (von Willrecht Wöllhaf) hieß das diesjährige Stück, welches unsere vereinseigene Theatergruppe unter der bewährten Leitung von Valentin Ruppert in gewohnt gekonnter Manier zur Aufführung brachte.

Traurig und einseitig sind die Essgewohnheiten bei Familie Karl und Klara Esenwein (dargestellt von Heike Traunfelder und Alexander Mergl). Schuld daran ist das leidige Geld, welches leider nicht im Überfluss vorhanden ist, da Karl zwar nur allzu oft ohne Arbeit dasteht, sich aber trotzdem ein neues Auto kaufen will. Darum wird gespart wo immer es möglich ist. Nicht nur auf Gefriertruhe, Fernsehen, Telefon und Urlaub wird verzichtet, auch das tägliche Vesper besteht schon längere Zeit nur noch aus „Griewewurschd odder Baggschdoikääs“, weil das nun mal am billigsten ist.

Licht am Horizont erscheint, als Karls Bruder Otto (Wolfgang Müller) mit seiner Frau Hedwig (Beate Maier) zu Besuch kommen und dabei den Notar Dr. Huber (Jochen Schlegelmilch) vorstellen. Dieser überbringt nämlich die Nachricht vom plötzlichen und völlig unerwarteten (aber trotzdem von den meisten auf das heftigste herbeigesehnten) Tod der alten Tante Karoline. Und Karl, Otto sowie ihre ledige Schwester Berta (Nicole Schreiber) sind die einzigen Erben. Man hat sich zwar nie groß um die Tante gekümmert, aber zu Weihnacht, zu Ostern oder zum Geburtstag hat man immer ein Kärtchen geschrieben. Und „neulich“, zu ihrem Achtzigsten (vor vier Jahren) hat sie von Karl und Klara sogar ein ganz tolles Teeservice geschenkt bekommen!

Der Nachlass dürfte ganz beträchtlich sein, war doch die Tante Karoline „ihra Leebdaag soo gniggerich unn hadd sich nix gönnt“. Allerdings hatte sie schon immer einen Hang zum Besonderen, was die Erben auch nach ihrem Tod zu spüren bekommen. Laut Auskunft des Notar hat sie nämlich diejenigen, welche es übers Herz brächten, nicht zu ihrer Beerdigung zu kommen, in ihrem Testament ganz besonders bedacht. Zum Entsetzen von Berta ist für die beiden Brüder samt Frauen ganz klar: „Mir senn doch nedd bleed unn gehn zu dera Beerdigung!“. Das Testament soll zwar erst in vier Wochen verlesen werden, aber anstoßen kann man ja schon mal auf den künftigen Reichtum: „Selig sind, die sterben, und ihren Neffen viel vererben!“

Unmittelbar vor der Testamentsöffnung finden sich Karl mit Klara und Otto mit Hedwig im Gasthaus „Zum Rössl“ ein, wo sie bei „Mondglotzer“ (hervorragender Weißwein, wenn auch nicht ganz billig) und „Bös-Weiberblut“ (etwas preiswertere rote Variante) schon einmal davon schwärmen, was sie in Erwartung der reichhaltigen Erbschaft schon alles angeschafft und bestellt haben. Immerhin hatt man von ihrer Seite aus alles getan, die wunderliche Bedingung von Tante Karoline erfüllt: lediglich die unbelehrbare Schwester Berta war zur Beerdigung gegangen. Dass sie seither mit den anderen nicht mehr redet kümmert diese nicht, schließlich hofft man, hiervon zu profitieren: „Dann fällt halt ihr Erbteil auch auf uns. Man kann ja gar nicht genug nach Hause schaffen!“. Endlich also wäre es vorbei mit dem Hungerleben. Während man also an die verrückte Tante und ihre seltsamen Angewohnheiten zurückdenkt („Im Wohnzimmer hadd se immer Zeidungsbabier unner da Disch gleegt, dass koi Brosama uff da Debbich falla!“) beginnen sich Klara und ihre Schwägerin Hedwig schon um die Bettwäsche zu streiten. Für Karl und Otto dagegen gibt es keinen Grund für Streit, schon gar nicht wegen solchen Kleinigkeiten, wo man doch so viel Bargeld, Grundbesitz, Aktien und Schmuck zu erwarten hätte. Grund genug, um nachher, nach der Testamentsverlesung nochmals hierher zurück zu kommen und noch eine Flasche von dem so hervorragenden „Mondglotzer“ zu genießen. Nur der Rössl-Wirt (Bernhard Schaier) bleibt skeptisch zurück: „Manche glotzen auch schon nach zwei Viertel in den Mond!“

Im Büro von Dr. Huber trifft man dann auch „die dumme Schwester Berta“ wieder. Was wollte die bloß da? Glaubte die tatsächlich, dass sie trotz des Beerdigungsbesuchs noch was zu erwarten hätte? Und dann hat die auch noch frische Blumen auf das Grab der Tante getan! Nun, sie würde schon sehen, was sie davon hätte. Das Haupterbe ging jedenfalls an Karl und Otto, das war sonnenklar. Lediglich „die Beddwäsch isch noch nedd vadeilt!“

Wie das Leben so spielt – letztendlich kommt es meistens ganz anders als geplant. Das Haus der Tante samt Einrichtung (und damit wohl auch der heiß umkämpften Bettwäsche!) erhält die Haushälterin der Tante für ihre langjährige Pflege und Hilfsbereitschaft. Auch die beiden Grundstücke gehen in fremde Hände. Doch dann kommt die Hauptsache: Aktien, Geld und Wertpapiere! Das endlich geht zu gleichen Teilen an Karl, Otto und Berta, vorausgesetzt, dass sie an der Beerdigung – teilgenommen haben!

Die Enttäuschung ist groß. Während Berta somit das ganze Erbe allein einstreichen darf erinnern die andern den Notar an die Bedingung der Tante, wonach alle, die nicht zu ihrer Beerdigung kommen würden, sogar ganz besonders bedacht worden seien. Aber Dr. Huber war ja mit der Verlesung noch gar nicht fertig. Für Karl und Otto waren eigens zwei Pakete im Tresor der Kreissparkasse eingeschlossen, welche nun endlich ihren Empfängern übergeben werden. Die Erwartung auf wertvollen Schmuck oder Ähnliches wird allerdings nicht erfüllt, denn heraus kommt nur das, was man einst selbst von der Tante zur Hochzeit geschenkt erhielt und irgendwann mal an den Bruder und dessen Frau weitergeschenkt hatte. Durch was für eine verrückte Dummheit konnte denn das dann wieder ausgerechnet der Tante in die Hände fallen? Es stimmt halt doch, was Karl schon eingangs sagte: Wer sich „…uffs Erben verlasst, der isch verlassa!“ Und Notar Huber stellt fest: „Selig sind, die sterben, und kennen ihre Erben!“




Unsere Theatergruppe hat auch in diesem Jahr wieder Großartiges geleistet und gezeigt, was in ihr steckt. Der Ehrgeiz und das Engagement zeichnet diese Gruppe immer wieder aus. Am minutenlangen Beifall des Publikums konnte man erkennen, dass es allen außerordentlich gut gefallen hat. Alle Mitwirkenden – nicht zu vergessen der Souffleur Uwe Maier sowie der Spielleiter Valentin Ruppert – haben sich wieder einmal selbst übertroffen und bekamen von Frau Butzke ein Präsent überreicht.

Ein besonderer Dank ging an Herrn Gerhard Paul, der ein Meister seines Fachs beim Bühnenentwurf ist. Was er bisher für unseren Verein in diesem Bereich in den vergangenen Jahren geleistet hat kann man mit einfachen Worten gar nicht ausdrücken. Mit viel Einfallsreichtum und Idealismus geht er jedes Mal an ein neues Bühnenbild heran. Wie er es beispielsweise in diesem Jahr wieder geschafft hat, eine Kulisse zu gestalten, die mit drei verschiedenen Bühnenbildern dreierlei völlig unterschiedliche Räumlichkeiten darstellte, ohne dass hierfür unnötig lange Umbaupausen erforderlich waren, ist einfach erstaunlich und meisterhaft zugleich.

Wir hoffen, dass es seine Gesundheit weiterhin zulässt, uns auch in Zukunft mit schönen Bühnenbildern zu verwöhnen. Frau Butzke bedankte sich bei Herrn Paul mit einem Präsent. Ebenso erhielt auch Frau Paul ein Präsent für die vielen Stunden, in denen sie auf ihren Mann verzichten musste.

Ein weiterer Dank ging an alle Helferinnen und Helfer, die bei den umfangreichen Vorbereitungen und am gelungenen Ablauf der beiden Cäcilienfeier-Abende beteiligt waren. Ein großes Lob und Dankeschön gehörte auch den Spendern, die zur reichhaltigen Tombola beigetragen hatten sowie allen Besucherinnen und Besuchern für ihren Applaus.