Cäcilienfeier 2005

„Chaos hoch drei“ herrschte in diesem Jahr bei den Cäcilienfeier. Nicht etwa, weil die Veranstaltung schlecht organisiert waren, Getränke fehlten oder der Chor falsch gesungen hätte – nein, so hieß der Titel des Lustspieles, das Valentin Ruppert gekonnt inszeniert hatte und mit seiner tollen Laienspieltruppe auf die Bühne des Martinussaales brachte. Doch der Reihe nach.

Dass der Saal des Martinushauses bei der Cäcilienfeier „ausverkauft“ ist, das ist nichts ungewöhnliches, aber am Sonntag war er sogar wie in „alten Zeiten“ überfüllt, als der Chor mit 50 Sängerinnen und Sängern unter der musikalischen Leitung von Andreas Sekulla Aufstellung genommen hatte und den gelungenen Abend mit „An die Freude“, Text von Friedrich v. Schiller, eröffnete.

Nach der kurzen Begrüßung der Gäste durch unsere Vorsitzende Theresia Butzke wurde der geistliche Liedteil des Konzertes fortgesetzt mit dem „Laudate Dominum“ von W. A. Mozart. Der Solopart wurde von der Sopranistin Mirjam Bauer mit glockenklarer Stimme wunderschön vorgetragen. Dann folgten mit „Meine Zeit“ und „Seid nicht bekümmert“, zwei zum Nachdenken anregende Lieder, die dem Neuen Geistlichen Liedgut zuzuordnen sind und vom Chor gefühlvoll und freudig interpretiert wurden.

Nun führte Herr Pfarrer Speckert die Ehrungen durch. Es wurden geehrt:

für 60 Jahre aktive Mitgliedschaft: Frau Gunda Dehm
für 50 Jahre aktive Mitgliedschaft: Frau Roswitha Weber
für 25 Jahre aktive Mitgliedschaft: Herr Peter Butzke
für 40 Jahre Mitgliedschaft: Frau Hildegard Bohmüller
für 40 Jahre passive Mitgliedschaft: Frau Lydia Kirchgässner, Frau Hedwig Schuster
und Frau Christa Günthner

Alle geehrten Personen bekamen außerdem als kleines Dankeschön für ihre Treue von der 1. Vorsitzenden ein Präsent überreicht.

Der weltliche Liederreigen stand in diesem Jahr unter dem Motto „Die Jahreszeiten“.

Vom Chor dargeboten wurden „Frühling in den Bergen“ von Hermann Ophoven (nach Motiven von „Dichter und Bauer“ von Franz von Suppé), „Südliche Sommernacht“, eine italienische Volksweise von Otto Groll und Heinz Gernhold, ein „Erntedanklied“ von Joh. A. P. Schulz sowie „Ach bittrer Winter, wie bist du kalt“, Melodie von Pater Johannes Werlin, veröffentlicht im Ambraser Liederbuch von 1582. Dieses „Winterlied“ machte dem Chor in den Proben schwer zu schaffen, umso mehr waren Dirigent und Chor nach dem gelungenen Vortrag sehr zufrieden.

Die Solisten des Abends, die Sopranistin Mirjam Bauer und der Tenor Stefan Keller, je nach Bedarf schwungvoll oder getragen und sehr akzentuiert begleitet vom Pianisten Roland Freisinger, verzauberten den Saal mit drei Klassikern: „Warum hat jeder Frühling, ach, nur einen Mai?“ aus „Der Zarewitsch“ von Franz Lehár, „O sole mio“, alte italienische Volksweise von G. Capuro und E. di Capua, und „Schneeglöckchen“, Musik von Robert Schumann.

Es war eine Freude, den unverbrauchten und wohlklingenden Stimmen dieser jungen Künstler zu lauschen.

Der Cäcilienverein schätzt sich natürlich glücklich, diese beiden Solisten auch beim Adventskonzert zu den Solisten zählen.



Der Applaus des Publikums für alle Darbietungen war ausgeprägt und lang anhaltend. Da die „Faschingszeit“ bisher im Reigen der Jahreszeiten nicht berücksichtigt war, sorgten zwei „Narren“ mit Narrenkappe, Tenor Stefan Keller, am Klavier begleitet von Michael Paul, mit „Wie reizend sind die Frauen“ für eine humorvolle, nicht ganz ernst zu nehmende Zugabe.

In der nun folgenden Pause wurde wieder eine reichhaltige Tombola angeboten.

Was wäre eine Jöhlinger Cäcilienfeier ohne Theaterstück? Unser diesjähriges Stück trug den Titel „Chaos hoch drei!“, einem Lustspiel in drei Akten von Walter G. Pfaus.

Im Hause Hofer soll gefeiert werden. Und das aus gleich dreifachem Anlass: Hausherr Bernie, seines Zeichens Standesbeamter, hat seine 500. Trauung hinter sich, seine Eltern feiern goldene Hochzeit und die Tochter Susi hat den Führerschein bestanden. Bernie ist zwar eigentlich eher etwas sparsam (seine Familie nennt das: extrem geizig), aber wenn man so ein dreifaches Fest feiert kann man erstens drei Fliegen mit einer Klappe schlagen und zweitens vielleicht auch dreifache Geschenke in Empfang nehmen. Wenn sich dann noch die Eltern mit einem nicht unerheblichen Betrag an dem Fest beteiligen dürfte die Rechnung unterm Strich womöglich deutlich zu Bernies Gunsten ausfallen. Bernies Frau Ulrike, verärgert über Bernies übertriebene Sparsamkeit, versucht, „aus Nichts ein Essen zu zaubern“ und Bernie versucht, seine Unkosten in Grenzen zu halten, indem er lediglich eine Zwei-Liter-Flasche Rotwein kauft, damit man später mit der Verwandschaft auch anstoßen und „so richtig die Sau rauslassen“ kann. Alles ist vorbereitet, die Gäste können eintreffen und die Geschenke fließen.

Aber wie es so üblich ist kommt es auch in diesem Fall ganz anders als erwartet. Zunächst mal findet Bernies sorgfältig einstudierte Rede einfach nicht die gewünschten Zuhörer. Die Geschenke der Tante Klara entsprechen nicht der Erwartung Bernies. Und das Ständchen, das man dem Goldenen Hochzeitspaar vortragen will klappt auch nicht so richtig, ja, man kann sich noch nicht mal auf ein gemeinsames Lied einigen, da jeder andere Vorstellungen hat. Susi, frischgebackene Führerscheininhaberin und ausgestattet mit dem Talent, „zu fahren wie der Teufel“, hat leider keinen fahrbaren Untersatz und versucht, Tante und Onkel zu einer kleinen Beihilfe zu animieren. Doch auch das will nicht so richtig klappen. Der Beitrag der lieben Tante Klara (innigst „geliebt“ von Bernies Mama, die andauernd auf der Flucht vor ihr ist) ist mit zwei mal 5 Euros einfach etwas mager, und auch Onkel Guido kann sich wohl höchstens zu einem „halben“ Auto durchringen. Schließlich plagen den im Moment auch ganz andere Sorgen, denn er hat den Verdacht, seine Frau könnte es wohl mit der ehelichen Treue nicht so ganz ernst zu nehmen. Ulrikes Schwester Lisa versucht vergeblich, mit ihrem uralten Fotoapparat von der Familie mal ein Gruppenbild aufzunehmen. Außerdem hat sie Zoff mit ihrem Mann, da Lisa nach Hugos Meinung „das Geld mit vollen Händen austeilt“.




Es geht also tatsächlich sehr chaotisch her im Hause Hofer. Und immer wieder ist es Bernies Sparsamkeit, die die andern zur Weisglut reizt. Aber Bernies Mutter hat sich in den Kopf gesetzt, ihm heute mal den Kopf zurechtzusetzen und ihn ein für alle Mal von diesem Geiz zu heilen. Weiß sie doch, dass die 2-Liter-Flasche nicht der einzige Wein im Hause ist. Im Keller lagern da ein paar Flaschen mit einem wirklich ganz ausgezeichneten Tröpfchen. Bernie muss nun feststellen, dass seine Vorräte, eigentlich von ihm als heimliche Geldanlage gedacht, tatsächlich hervorragend schmecken. Aber der Verlust dieses wertvollen Weines ist noch nicht alles, was dieser Schicksalstag für Bernie bereit hält…



Wieder einmal hat es unsere vereinseigene Theatergruppe unter der bewährten Leitung von Valentin Ruppert geschafft, ihr Publikum zu unterhalten. Der Ehrgeiz und das Engagement zeichnet diese Gruppe immer wieder aus. Sowohl die „alten Hasen“ als auch „Neuling“ Monika Jakob überzeugten in ihren Rollen. Am minutenlangen Beifall des Publikums konnte man erkennen, dass es allen außerordentlich gut gefallen hat. Alle Mitwirkenden – nicht zu vergessen die Souffleure Lucia Ruppert und Uwe Maier sowie der für Technik und Musik zuständige Bernhard Schaier – haben sich wieder einmal selbst übertroffen und bekamen von Frau Butzke ein Präsent überreicht.

Die Personen und ihre Darsteller waren:

Bernie Hofer, Standesbeamter: Valentin Ruppert
Ulrike Hofer, seine Frau: Heike Traunfelder
Susi Hofer, beider Tochter: Tina Fortenbacher
Opa, Bernies Vater: Jochen Schlegelmilch
Oma, Bernies Mutter: Monika Jakob
Guido Hofer, Bernies Bruder: Alexander Mergl
Lisa Meier, Ulrikes Schwester: Nicole Burger
Hugo Meier, Lisas Mann: Wolfgang Müller
Tante Klara, Ulrikes und Lisas Tante: Beate Maier
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Souffleure: Lucia Ruppert, Uwe Maier
Technik: Bernhard Schaier

Ein besonderer Dank ging natürlich wieder an Herrn Gerhard Paul, unseren Bühnenbildner. Er hat einmal erneut demonstriert, dass in ihm noch jede Menge immer wieder neuer Ideen bestimmt für noch viele, viele weitere Bühnenbilder stecken. Frau Butzke bedankte sich bei Herrn Paul mit einem Präsent. Ebenso erhielt auch Frau Paul ein Präsent für die vielen Stunden, in denen sie auf ihren Mann verzichten musste.

Ein weiterer Dank ging an alle Helferinnen und Helfer, die bei den umfangreichen Vorbereitungen und am gelungenen Ablauf der beiden Cäcilienfeier-Abende beteiligt waren. Ein großes Lob und Dankeschön gehörte auch den Spendern, die zur reichhaltigen Tombola beigetragen hatten sowie allen Besucherinnen und Besuchern für ihren Applaus.