Cäcilienfeier 2007

Wieder einmal konnten wir unsere Cäcilienfeiern im Martinussaal durchführen. Der Kirchenchor eröffnete mit dem geistlichen Chorteil den gelungenen Abend. Unter der musikalischen Leitung des Dirigenten des Kirchenchores Andreas Sekulla wurden drei Lieder dargeboten, zum Entree gab es W. A. Mozarts Kirchenklassiker „Großer Gott, wir loben Dich“, dann den vierstimmigen Kanon, „Praise God“ von Thomas Tallis und zum Abschluss ein andachtsvolles italienisches Prozessionslied aus dem 15. Jhrh. „Alta Trinita beata“.

Die erste Vorsitzende Theresia Butzke gab in ihrer kurzen Ansprache einen kurzen Abriss über die Aktivitäten von Kirchenchor, Jungem Chor, Theaterspielergruppe und Förderverein und ihrer Freude Ausdruck, dass immer wieder jüngere Sängerinnen und Sänger zum Chor stoßen und so neue Impulse geben und positive Signale setzen eine erfolgreiche Zukunft des Vereins.

Nun führte Herr Pfarrer Speckert die Ehrungen durch.

Mit Marlies Lotz und Kuno Neller wurden zwei sehr verdiente Mitglieder des Kirchenchores für 50-jähriges aktives ununterbrochenes Engagement geehrt.

In seiner Laudatio sagte Präses Pfarrer Karl-Heinz Speckert, Marlies Lotz sei bis zum heutigen Tag eine verlässliche und tragende Stütze im Alt, jederzeit und gerne trotz Familie allen Verpflichtungen bei Gottesdiensten und Konzerten nachgekommen und könne deshalb Vorbild für unsere jungen Sängerinnen sein. In jungen Jahren habe Marlies Lotz zudem eifrig Theater gespielt und die Theatergene offenbar ihrer Tochter Heike vererbt.

Unseren aktiven Sänger im Bass Kuno Neller bezeichnete Pfarrer Speckert als sehr verlässliches „Urgestein“ des Kirchenchores. Kuno Neller sei nicht nur mit einer sehr guten und sicheren Bassstimme gesegnet, er habe sich auch außerhalb des Gesanges jederzeit verantwortlich in den Verein eingebracht. Früher ebenfalls Theaterspieler, fünf Jahre Schriftführer, 10 Jahre dessen erster Vorsitzender, insgesamt 45 Jahre im Verwaltungsrat, dazu 40 Jahre immer an der Spitze beim Kulissenbau und über 20 Jahre „Chef“ in der Küche bei Cäcilienfeiern – das sei hervorragend und Beispiel gebend. Pfarrer Speckert sagte daher zu Recht: „Was wäre der Kirchenchor ohne solche Mitglieder“!

Die Geehrten erhielten ein persönliches Schreiben von Erzbischof Robert Zollitsch, Ehrenurkunden von Cäcilienverband und Verein sowie einen schönen Präsentkorb.

Für 40 Jahre passive Mitgliedschaft wurde geehrt und zu Ehrenmitgliedern ernannt: Marietta Wipfler, Leonie Schwarz, und Renate Milbich, die zudem über 20 Jahre aktiv im Chor gesungen hat und auch im Verwaltungsrat mitwirkte.

Im weltlichen Chorteil, durch das mit launigen Worten Michael Paul führte, wurden deutsche Volkslieder dargeboten, die, wie auch der kräftige Beifall des Publikums zeigte, durchaus wieder „in“ sind. Gut gefallen konnte der Chor mit „Die Mühle im Schwarzwäldertal“, – übrigens ursprünglich eine Volksweise aus Thüringen und 1953 sogar als Heimatfilm in den Kinos – und mit dem romantischen Lied „In einem kühlen Grunde“, wo eine enttäuschte Liebe besungen wird.

Natürlich waren wir wieder sehr erfreut, dass uns Mirjam Bauer die Ehre gab und dem Abend mit zwei Sopransoli eine glamouröse Note gab. Mit W. A. Mozarts „Komm lieber Mai“ und dem Schlaflied „Guten Abend, gute Nacht“ von Johannes Brahms begeisterte sie das Publikum mit ihrer zauberhaften Stimme. Am Klavier wurde Mirjam vom Konzertpianisten Thomas Turek begleitet, der sich Mirjams Gesangsvortrag mit viel Gefühl anpasste. Ob Mirjam und Thomas auch künftig noch für den Verein „erschwinglich“ sind, bleibt abzuwarten, denn beide basteln eifrig an ihrer Karriere und sind – jeder in seinem Fach – inzwischen gefragte Künstler.

Etwas besinnlicher und ruhiger wurde es dann mit „Der Mond ist aufgegangen“, einem vertonten Abendgedicht von Matthias Claudius, dessen Inhalt das Sterben und neue Hoffnung im Jenseits beschreibt. Mit dem fröhlichen und lustigen und gar nicht so einfach zu singenden Lied „Das Wandern ist des Müllers Lust“ – hier noch einmal unterstützt von Mirjam Bauer und Thomas Turek – beendete der Kirchenchor sein Programm.

Nach den Darbietungen der Sängerinnen und Sänger wurde die Bühne umgebaut und wie in jedem Jahr eine Tombola – früher: Glückshafen – veranstaltet. Die Tombolatische waren wieder mit attraktiven Gewinnen bestückt und von Bärbel Helfrich, Hanne Meizinger und Inge Schuster liebevoll zusammengestellt und präsentiert. Herzlichen Dank für Euere Mühe.

Dann erfolgte ein gewaltiger, mehr als 2-stündiger Angriff auf das Zwerchfell der Besucher im Saal. Zehn Vollblutkomödianten lieferten eine Supershow auf der Bühne ab und brachten das Publikum zum Toben. Wer auch immer in diesem Dörflichen Schwank vor der von Gerhard Paul entworfenen, und von Alexander Mergl und Sven Traunfelder aufwändig bemalten, sehr hübsch gestalteten Kulisse (ein herzliches Dankeschön an alle Drei) agierte, die Rolle war dem Schauspieler auf den Leib geschnitten.

In einem beschaulichen Dorf haben sich vor kurzem die beiden vornehmen Mitbürger Ludwiga (elegant und resolut: Beate Maier) und deren treu ergebener Ehemann Heinz-Harald (konnte sein komisches Talent voll ausspielen: Wolfgang Müller) niedergelassen, um hier absolute Ruhe zu finden. Doch die Kirchenglocken und die Probearbeit des Musikvereins, vertreten durch den aufbrausenden Vorsitzenden Anton, (energisch Jan Kühner bei seiner Premiere) zerreißen lautstark die geplante Idylle. Dem geplagten, ständig kurz unter der Decke schwebenden Dorfbürgermeister (Paraderolle für Valentin Ruppert) droht außerdem die Rechtsaufsicht, er hat den Hochzeitstag seiner angesäuerten Frau Helene (ebenfalls Premiere und ganz cool Catrin Simon) vergessen und er leidet zudem unter Durchfall. Der gestresste Mann schreitet zur Tat. Da schlägt der Klöppel des Kirchturms zu, trifft den Bürgermeister an der Stirn und löscht dessen Erinnerungsvermögen an die letzten fünf Jahre aus.

Um fünf Jahre verjüngt und ohne seine bunten Stresspillen wandelt sich das Wesen des Bürgermeister und er wird Wachs in den Händen seines gnizzen und arbeitsscheuen Amtsboten Sepp (eine auch mimisch starke Leistung: Alexander Mergl), der alles daransetzt, das Dorfleben wieder in geregelte Bahnen zu bringen und die „Landplagen“ Ludwiga und Heinz-Harald loszuwerden. So ganz nebenbei nutzt er die Gedächtnislücke des Ortsvorstehers zur Auffrischung seiner Dienstbezüge, denn die heimische(n) Wirtschaft(en) müssen ja schließlich gestützt werden.

Die Besitzerin des gleichnamigen Ladens Emma (herrlich doof: Monika Jakob), leichtgläubig und überhaupt nicht „neugierig“, versorgt den Amtsboten ständig mit reichlich Alkohol, damit dieser ihr immer die neuesten Neuigkeiten mitteilt. Der „Verkauf“ dieser Neuigkeiten reicht aber bei weitem nicht aus, um Sepps Durst zu löschen, und so entsinnt sein, von den geistigen Getränken entfachter Geist, Gerücht um Gerücht, die dank Emmas „Verschwiegenheit“, im Dorf sofort die Runde machen.

Kein leichtes Los hat auch die Sekretärin des Ortsvorstehers Hannelore (gewitzt und pfiffig: Heike Traunfelder) an der der balzende schmalzige Psychiater Gottlieb Schibbeschein (super ausgeflippt mit Sprachfehler: Jochen Schlegelmilch) seine Studien über die „vollendete Weiblichkeit“ zu Ende bringen möchte und der ihren filigranen, nach Tipp-Ex-schmeckenden, kugelschreiberfarbenen Fingern verfallen ist. Gottlob lässt der Professor sich mit dem „altledigen Chrischdkindl“ Rosalinde Schneggeberger (herrlich schmachtend im biederen Outfit: Tina Fortenbacher) verkuppeln, die eigentlich per Annonce mit Bürgermeisterbild von der treu sorgenden Sekretärin für den Amtsboten ausgesucht war, dieser aber lieber „ledig als erledigt“ bleibt.

Hinter dem Vorhang sorgten für einen reibungslosen Ablauf auf der Bühne die beiden Souffleure Lucia Ruppert und Uwe Maier, für die Technik (Kirchenglocken, krähender Hahn, Musikkapelle etc.) war Bernhard Schaier zuständig.

Die sich ständig kreuzenden Handlungsstränge des Schwankes sorgen für reichlich Verwirrung, Spannung und viel Gelächter beim Publikum. Dieser Angriff auf die Lachmuskeln war total gelungen, „Die Gedächtnislücke“ wird – entgegen ihrem Titel – den Zuschauern noch lange in guter Erinnerung bleiben.

Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle allen Helfern in der Küche und im Service, stellvertretend für die vielen helfenden Hände an Frau Bouverete, die die Küche erstmalig verantwortlich leitete, an „Diener“ Peter Butzke und an die jungen Damen der KJG.

12.12.07/OL,BS