Erd und Himmel sollen singen

(…und im Pfarrhaus war der Teufel los…)

Rückblick auf die Cäcilienfeier 2009 vom Samstag, dem 21. und Sonntag, dem 22. November 2009

Cäcilienfeiern sind Höhepunkt des Jahres – Das Motto der Cäcilienfeiern lautete in diesem Jahr „Erd und Himmel sollen singen“ und Mitglieder und Freunde des Cäcilienvereins trafen sich wieder im an beiden Abenden prall gefüllten Martinussaal, um diesen Vereinshöhepunkt mitzuerleben.

Die von Tanja Koch und Konstanze Helfrich betreuten Mädchen des Jungen Chores hatten intensiv geprobt und brachten singend und tanzend, am Klavier begleitet von Barbara Grom, den Jazz-Kanon von Uli Führe „Hallo Django“ auf die Bühne. Der Beifall zeigte, dass der Auftritt der Mädchen sehr gelungen war.



Die Vorsitzende des Gesamtvereins Monika Jakob erläuterte das Motto des Abends, das sich wie ein roter Faden durch die Beiträge ziehen sollte und dankte allen Aktiven wie Passiven für ihr Engagement bei der Vorbereitung und Durchführung der beiden Cäcilienfeiern.

Danach übernahm Vize-Dirigent Michael Paul die weitere Führung durch das Programm. Er vertrat auch Barbara Grom am Dirigentenpult, wenn diese den Chor am Klavier begleitete.

Der Kirchenchor bestritt sein Chorprogramm unter der Leitung seiner Dirigentin Barbara Grom gekonnt und routiniert. Im geistlichen Liedteil kam der Lobgesang „Nun tragt in alle Lande weit“ nach einer Melodie von John Bennett, zu Gehör, dann der Psalm 23, 1-3, „Der Herr ist mein Hirt“, zu dem der deutsche Komponist Bernhard Klein (1793 – 1832) die Musik geschrieben hat und schließlich „Gott hat mir längst einen Engel gesandt“, entnommen aus dem Rockoratorium „Daniel“, das anlässlich der Heilig-Rock-Wallfahrt 1996 in Trier geschrieben wurde und biblische Geschichten um den Propheten Daniel erzählt.



Präses Pfarrer Karlheinz Speckert und Monika Jakob ehrten für 70 Jahre aktives Singen im Alt Frau Maria Dehm und Frau Waltraud Eisler. Beide erhielten ein Dankesschreiben des Cäcilienverbandes und einen Blumenstrauß.

Ebenfalls geehrt und bedankt für 40 Jahre passive Mitgliedschaft im Verein wurden mit Urkunde und Blumenstrauß Frau Marianne Bickel, Frau Helga Sprißler und Frau Gudrun Güntert.

Nach den Ehrungen sang der Chor zu Beginn des weltlichen Teils das bekannte „Hobellied“ aus dem Alt-Wiener Zaubermärchen „Der Verschwender“, 1834 von Ferdinand Raimund und Conradin Kreutzer uraufgeführt. Danach folgte „Es vergeht kein Tag ohne Regen“ von Max Orrel und zum Schluss das vertonte Gedicht „Fünfmalhundertausend Teufel“ von Eduard Maria Oettinger (1808 – 1872), bekannter als „Champagner“.

Die traditionelle Tombola war von Hanne Meizinger und Inge Schuster wieder bestens vorbereitet, ihnen hilfreich zur Seite standen Bärbel Helfrich und Sieglinde Kreuzinger. Vor und nach den Veranstaltungen und in der Pausen versorgte das Team Catering mit Ingrid Bouveret, Maria Maier, Patrizia und Walter Hess, Tanja Koch, verstärkt von den passiven Mitgliedern Ingrid Braun und Christa Aman die Gäste mit belegten Brötchen und Getränken aller Art.

Dann folgte das Lustspiel von Bernd Gombold „Dem Himmel sei Dank“. Valentin Ruppert hatte das Stück ausgesucht und führte auch Regie. Alle Rollen der zwölf Schauspieler waren hervorragend besetzt und deren Spielfreude kam deutlich herüber und führte beim Publikum zu vielen Lachern und herzlichem und langen Beifall.

Im Pfarrhaus war der Teufel los: Glückspiel mit gezinkten Karten, Schwarzbrennerei, unerlaubte Zimmervermietung, mitten drin ein überforderter und hilfloser Pfarrer mit Haushälterin und Messnerehepaar, die Pfarrgemeindratsvorsitzende und deren Nichte mit Freund, ein Wühlmausexperte, eine Handarbeits- und eine Aerobiclehrerin, ein Heiratswilliger und letztendlich der Domkapitular, der die seltsamen Vorgänge im Pfarrhaus aufklären sollte.

Der bemühte Wühlmausexperte Willibald Kratzhuber (Clemens Meier) brachte den Mäusen eher das Lachen als das Fürchten bei und die angehende Klosternovizin Uschi (Karin Traunfelder) sollte ihre bescheidenen Fähigkeiten im Pfarrhaus als Pfarramtssekretärin einbringen. Beide hatten Bühnenpremiere und haben ihre Rollen überaus sicher und überzeugend gespielt. Gästezimmer im Pfarrhaus mieten wollten die sich ständig schämende Handarbeitslehrerin Heidemarie (Tina Fortenbacher), der zudem immer alles entsetzlich peinlich war, der leicht einzuschüchternde und stotternde, aber heiratswillige Hans Meßmer (Jochen Schlegelmilch), sowie der raffinierte K.O.- Tropfen Siggi Bischoff (Jan Kühner), Freund von Uschi und die frech – burschikose Aerobic-Lehrerin Heidi Blum (Catrin Simon).

Zur Standardbesetzung des Pfarrhauses gehörte auch eine Leihgabe des Vereins an die Freilichtbühne in Ötigheim Alexander Mergl, diesmal im schlampigen Outfit als arbeitsscheuer, dem Alkohol nur schwer widerstehenden Messner Johannes Höll, in ständiger Sorge um ihn, meist bestimmend und aufbrausend, bisweilen sogar schlagkräftig, seine Frau Emma (Beate Meier), auch genannt ‚der General‘.

Scheinheilig und berechnend die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Elfriede (Erz)Engel (Monika Jakob) immer auf ihren eigenen Vorteil bedacht, am Schluss aber die „Betrogene“ und das Gegenteil von ihr, Pfarrhaushaushälterin Hermine (Heike Traunfelder), die den Pfarrer immer ehrlich unterstützte, sich dann aber auch hoffnungslos im Lügensumpf der Ereignisse verstrickte.

Die hohe Geistlichkeit war vertreten durch Pfarrer Alfons (Wolfgang Müller) einem herzensguten Menschen, der von den Ereignissen irgendwann überrollt wurde und dem Domkapitular Dr. Jüngling (Valentin Ruppert) einem autoritären aber auch liebenswerten Mann mit Prinzipien. Und da auch einem geistlichen Würdenträger irdische Genüssen nicht unbedingt fremd sind, musste er sich der Verschlagenheit des Pfarrhauspersonals letztendlich hilflos geschlagen geben.

Den reibungslosen Ablauf auf unter hinter der Bühne garantierten die beiden Bühnenflüsterer Lucia Ruppert und Uwe Meier, die tolle Kulisse wurde entworfen und künstlerisch gestaltet von Alexander Mergl und Bernd Jakob, für die Technik zeichnete Bernhard Schaier verantwortlich, den mehrfachen Bühnenauf- und -abbau im Griff hatten Kuno Neller und Franz Aman.

An dieser Stelle großen Dank auch an alle nicht namentlich genannten aktive und passive dienstbare Geister im Hintergrund. Wie sagte doch ein Gemeinderat am Ende des Abends: „Mensch, habt ihr ein Potenzial!“. Ein schöneres Kompliment konnte er dem Verein nicht machen.