Cäcilienfeier 2011

Zwei wie Hund und Katz auf musikalischer Donaureise

Vier Stunden vergnügliche Unterhaltung und ein an beiden Abenden voll besetzter Martinussaal. Zur tollen Stimmung trugen insbesondere die beiden Chöre des Vereins bei, die sich auf eine musikalische Donaureise von der Quelle bis zur Mündung begaben und mal ruhig und einfühlsam, dann wieder kraftvoll und dynamisch die Donau abwärts schipperten. Unter der ausgezeichneten Navigation ihres Kapitäns Tobias Flick und am Klavier perfekt begleitet von Jou Chou Klee erfreuten die Chöre ihre Zuhörer auf ihrer Fahrt mit geistlichem und weltlichem Liedgut aus neun Ländern. Der Junge Chor agierte mutig und gereift und brachte Beethovens „Metronom“ und gemeinsam mit dem Kirchenchor die Polka „Marianka“ aus der Fledermaus von Johann Strauß auf die Bühne. Ihm folgte der Kirchenchor mit anspruchsvollem Liedern wie „Horatii Carmen“ von Zoltan Kodaly (Ungarn), „Mala Moja“ (Kroatien) „Svati Boze“ von Stefan Hristic (Serbien) oder „Tebe Poem“ von Dobri Hristov (Bulgarien) und „Heilig“ von Dmitri Bortniansky (Ukraine). Ein Klaviersolo von Frau Klee mit dem Adagio aus der Suite Nr. 1 von George Enescu rundete den sehr gelungenen musikalischen Auftritt ab.

Die Vorsitzende Monika Jakob hatte zu Beginn das erwartungsvolle Publikum herzlich begrüßt und Michael Paul führte gekonnt locker durchs Programm. Da unsere Cäcilienfeiern nur alle zwei Jahre stattfinden, gab es eine stattliche Anzahl von Ehrungen.



So ehrte Frau Jakob ganz besonders Pfarrer Karlheinz Speckert, der nach 15 Jahre als Pfarrer der Gemeinde und Präses des Vereins in den Ruhestand getreten ist mit der Verdienstnadel des Allgemeinen Cäcilienverbandes . In Ihrer Laudatio sagte sie, der vierstimmige gemischte Kirchenchor wäre Herrn Speckert immer sehr am Herzen gelegen und er hätte ihn 15 Jahre äußerst wohlwollend und unterstützend begleitet. Auf sein Engagement hin sei 2007 auch ein Jugendchor ins Leben gerufen worden, der sich bis heute ebenfalls prächtig entwickelt habe.

Mit einem Blumenstrauß geehrt und bedankt wurden für 70-jährige Mitgliedschaft Lioba Fischer, die bis vor einigen Jahren auch noch aktiv im Sopran sang, für 60 Jahre Treue zum Verein unsere Aktiven Anna Freiburger und Edith Hillenbrand, für 50 Jahre die Aktiven Hannelore Meizinger und Elke Martin. Ebenfalls einen Blumenstrauß erhielten für 40 Jahre passive Verbundenheit Gisela Dehm, Sonja Hartmann, Irene Milbich, Hildegard Neller und Marinette Tossenberger, für 25 Jahre Aktivsein Roswitha Stark. Ebenfalls 40 Jahre passiv ist Burkard Sprießler, der ebenso eine Flasche Wein erhielt wie unser Dirigenten Tobias Flick und Vize Michael Paul. Frau Jou-Chun Klee bekam einen Blumenstrauß als Dank für ihre Klavierbegleitung am heutigen Abend und unsere treuesten Sponsoren Anke und Gerhard Kirchgässner Wein und Blumen als kleines Dankeschön. Für alle Geehrten fand Monika Jakob herzliche, anerkennende und lobende Worte.

Nach der traditionellen Tombola wurde der Martinussaal in seinen Grundfesten erschüttert, denn die Theatergruppe des Cäcilienverein unter der glänzenden Regie von Valentin Ruppert brachte mit dem Lustspiel „Zwei wie Hund und Katz“ aus der Feder von Bernd Gombold erneut eine Granate auf die Bühne.

Wüst zerstritten sind Bürgermeister Johannes Restle (Valentin Ruppert) und Dorfpfarrer Sebastian (Wolfgang Müller), denn anlässlich der bevorstehenden 1200-Jahr-Feier hat sich der eitle Schultes als Brunnenfigur auf dem Dorfplatz verewigen lassen. Zornig lässt der Pfarrer durch seine Haushälterin (Nicole Burger) ausrichten, dass aus dem Brunnen schon Heilwasser fließen müsse, damit er die neue Feuerwehrfahne weihe, die sich Kommandant Gustav (Jochen Schlegelmilch) so dringend wünscht. Mit von der Partie der schlaue Opa Wilhelm (Jan Kühner) und Knecht Karl (David Jakob), die eigene Vorstellungen von einem Denkmal haben, Bürgermeistertochter Bärbel (Karin Traunfelder) und Student Michael (Kai Melcher), die sich auf die Seite des Bürgermeisters schlagen und gemeinsam mit den Feriengästen Knuth Sonnenschein (Alexander Mergl) mit seiner tyrannischen Gattin Klothilde (Beate Maier) die heilsame Wirkung des Brunnenwassers unter Beweis stellen. Ehefrau Erna Restle (Heike Traunfelder) verzeiht ihrem untreuen Gatten und die dusslige Magd Lina (Monika Jakob) erwischt im Trubel zu viel vom italienischen Wein. Ein jähes Ende finden allerdings Dorffrieden, Heilwasserbegeisterung und Geldsegen, als der Schwindel an den Tag kommt und die gestrenge Regierungsdirektorin Leonora Lachmann (Catrin Rothweiler) auftaucht, um höchst dienstliche Ermittlungen anzustellen. Ein Glück also für Bürgermeister und Pfarrer, Feuerwehrfahne, Kirchendach und Kaiserdenkmal, dass es Wilhelm und Karl gelingt, Klothilde los zu werden, wo doch Knuth ohne sie ein reiches Erbe antritt.

(Fast) alle Schauspieler auf der Bühne des Martinussaal; es fehlt: Kai Melcher

Alle Schauspieler machten Ihre Sache ausgesprochen gut, begeisterten mit gekonnt überzogener Situationskomik und machten so das Lustspiel, souffliert von Lucia Ruppert und Uwe Maier, zu einem einzigen Vergnügen. Unter dem Strich eine höchst vergnügliche Aufführung, witzige Dialoge, hinreißend umgesetzt, vom Publikum quittiert mit Lachsalven, häufigem Szenen- und tosendem Schlussapplaus für die Laiendarsteller, die ihr komödiantisches Talent erneut eindrucksvoll unter Beweis stellten.

Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle allen freiwilligen Helfern, ohne die solche Feiern nicht zu bewältigen sind. Dank also an alle, die bereits im Vorfeld für Planung, Einladungen, Flyer und Presse verantwortlich zeichneten, an die Damen und Herren vom Catering, an die Kassenverwalter, die Fotografen, an Alexander Mergl und Bernd Jakob, die die Kulissen gestaltet haben und auch an alle Helfer, die die Kulissen mehrfach auf und abgebaut haben. Ganz besonderer Dank an Monika Jakob, die mit großem persönlichem Einsatz alles im Griff hatte.