Fasnachtsnacht beim CeVau

Samstag, 19. Januar 2008

Endlich wissen wir alle, von was Frauen so träumen und auch, dass es „späte Mädchen“ gibt und „frustrierte Ehemänner“, dass die gute alte Zeit gar nicht so schlecht war und auch, was sich beim Cäcilienverein so alles ereignet hat im letzten Jahr.

Der Fasnachtstermin 2008 war sehr früh, manch einer noch beim Ski fahren, einige von der Grippe und anderen Krankheiten nieder gestreckt. Daher war der Saal um 19:61 Uhr auch nicht ganz voll, als es los ging und Resi und Peter ihr närrisches Volk begrüßten. Eins ist aufgefallen: mehr noch als in den Jahren zuvor waren fast alle Narren kostümiert und so bot sich ein farbenprächtiges und fröhliches Bild, passend zu dem sehr schönen Abend.

DJ Uwe am „Plattenteller“ sorgte für jung und alt mit dem richtigen Musikmix für Stimmung, die Tanzfläche zwischen den einzelnen Vorträgen örtlicher Künstler war immer gut besucht von Scheichs, Zauberern, Piraten, Sträflingen, Edelmännern nebst Damen, Cowboys und Cowgirls und vielen anderen Verkleidungen mehr. Auch eine Wahrsagerin hatte sich eingeschlichen und jedem geweissagt, dass sie, die Wahrsagerin, heute noch an die Bar eingeladen würde… Die Bar hatten zwei finstere Gestalten aus Cuba geentert, wie sich nach Abnehmen der Sonnenbrillen heraus stellte, nur Beate und Uwe, und nicht wie vermutet ein Ganovenpärchen aus Havanna.

Und dann ging es los.

Neun Beiträge wurden bis eine halbe Stunde vor Mitternacht geboten und wie in den Jahren zuvor, startete das Programm mit den beiden Champs vom Kirchenchor, Monika Jakob und Beate Maier. Ganz in schwarz gekleidet, dem „traurigen“ Anlass ihres Vortrages angemessen, nahmen sie wieder humorig und gekonnt vereinsinterne Kapriolen aufs Korn. So glossierten sie unseren 2. Vorsitzenden Richard, der ungewollt mit den Füßen das Orgelspiel von Michael Paul während des Gottesdienstes mit schiefen Tönen begleitete, Frau Doll vom Stimmbildungsseminar, die uns mit „Licht und Luft schafft Kraft und Saft“ nervte, sie riefen die hl. Cäcilia an, sie möge dem Chor mehr Männer schenken und drohten gar unserem Bürgermeister, dass der Verein einen eigenen „Cäcilienkurier“ an den Start bringen werde, um dem Pressewart eine breitere Plattform zu bieten.

Ebenfalls eine „feste Größe“ in der Bütt ist unsere Aktive Roswitha Weber. Mit viel Wortwitz berichtete sie von den Höhepunkten des letzten Jahres. Aus ihrer Sicht war z. B. die 5-tägige Reise ins Fichtelgebirge und Tschechien ein prägendes Erlebnis, insbesondere das Quellwasser für Männer, das „für bestimmte Stellen“ hätte Wirkung zeigen sollen, aber selbst nach reichlichem Genuss sei – nach ihren Recherchen – „nix passiert“. Oder sie meinte, dass sich gewisse Kreise mit dem Aufstellen der Schwarzen Madonna beim lieben Gott vorgedrängelt und besonders beliebt gemacht hätten und auch die „Bettenfrage“ beim Singwochenende in Ellwangen wurde von ihr thematisiert. Wieder ein schöner Vortrag von Roswitha.



„Frauenträume – und was Männer daraus gemacht haben“, sicher der anspruchsvollste Beitrag des Abends, probenintensiv und von acht „Playback“ singenden Damen des Chores fehlerfrei auf die Bühne gebracht. Respekt. Auf dem Bild agierten v. l. Lucia Ruppert, Sibylla Lisiecki , Brigitte Hammel, Marita Silvery, Uschi Schwab, Anneliese Vollmer, Ilona Pfeiffer und Bärbel Helfrich. Sie erzählten, wie sich ihre Jugendträume bis ins „beste“ Alter entwickelt haben und untermalten jeden Lebensabschnitt mit der dazu passenden Musik. Uschi als Teenager hatte mit 17 noch Träume, Anneliese wollte schon immer einen Cowboy als Mann, Marita und Brigitte (als Mann) heirateten „Ganz in weiß…“ und alle zusammen nahmen die Männer mit „Männer“ aufs Korn. Ilona als Hausfrau machte das bisschen Haushalt ganz alleine, Sibylla war noch niemals in New York, Lucia (ebenfalls als Mann) ging in die Kneipe, während Bärbel mit einem Krimi ins Bett ging. Am Schluss hatten alle acht Damen mit Männern nichts mehr am Hut, buchten gemeinsam eine Weltreise und machten nur noch das, was Ihnen gefällt. Thomas Vollmer hatte für die Damen die Musik „geschnitten“ und so entstand insgesamt ein superschöner Vortrag. Wir freuen uns schon auf euch im nächsten Jahr. Dann aber folgte der sofortige Gegenschlag des männlichen Geschlechts. Leider erst nächste Woche.

Nachdem die Frauen „ausgeträumt“ hatten, schlug die Stunde der Männer. Valentin Ruppert ließ als frustrierter Ehemann gewaltig Dampf ab und schilderte den schweren Stand der „Mannsleut“ in der Ehe. So beklagte er das ruinöse, respekt- und disziplinlose Verhalten des weiblichen Geschlechts dem Manne gegenüber und führte überzeugend aus, dass die irgendwann „aus allen Nähten platzen“, sich „zwei Liter Parfüm ins Gesicht spritzen“, sich selbst immer mit teuren Geschenken belohnen, während der Mann zum Geburtstag höchstens mal einen Schlips abkriegt. Die Männer würden schaffen, kochen, putzen und flicken, den Frauen jeden Wunsch von den Augen ablesen – aber damit sei jetzt endgültig Schluss: „Wenn die wüssten, was da für eine Arbeit draufgeht, bis einem das Bier bis zum Kragenknopf steht“!

Der nächste Vortrag von Conny Grünwedel war ebenfalls gelungen und schilderte die großen Probleme eines „späten“ Mädchens, in dem zwar „Dutzende Vulkane“ schlummerten, die es aber trotzdem nicht schaffte, einen geeigneten Mann zu finden. So lernte sie einen Mann kennen, der wie ein wildes Tier nur Schweinereien (nämlich Schnitzel) im Kopf hatte, baggerte in der Sauna einen Julio Iglesias -Typen an, der jedoch nur auf seine Frau wartete, und sie mit „die Dicke geht, komm rein, jetzt haben wir Platz“ verabschiedete oder beim Nacktbaden im Hallenbad feststellen musste, dass „die Würmer zum Angeln auch immer kleiner werden“. Und der Mann beim Maskenball entpuppte sich letztendlich als lispelnder Rentner mit Holzbein, der zudem im Altersheim seine Zähne vergessen hatte. Man hatte am Schluss richtig Mitleid und Connys Feststellung: „Richtig Spaß macht` s nur zu zweit“, war gut nachzuvollziehen.

Dann ein Nachwuchsmann in der Bütt – Jan Kühner als Klaus Häberle. Jan hat zweifelsohne Potenzial, denn seine mit wechselnder Mimik und mit verstellter Stimme vorgetragenen Witze kamen ebenfalls sehr gut an und hatten viele Lacher. In Erinnerung blieben die Mutprobe beim Geheimdienst mit den Platzpatronen, der Mann, der erst ins Bett schaut und dann lieber an den Kühlschrank geht, die Autofahrerin, die eine 1,73 m große Katze überfahren haben will, das sechsjährige Kind, das nach dem Bohrer sucht oder der Mann, der seine Frau am Siebenschläfertag mit Blumen und Brillanten überschüttete.



Das Thema, das Otmar Lisiecki für seinen Vortrag gewählt hatte, war etwas ernsthafter, denn er stellte sich als „geplagter Nichtraucher“ vor, der recht drastisch seine Erlebnisse mit den Rauchern schilderte und dabei seine „häuslichen Erfahrungen“ zum Besten gab. So versuchte er glaubhaft zu versichern, dass er „Kippen überall fand, im Essen, im Ehebett, im Auto, Badezimmer und auch im Klosett“, dass statt Vorhängen graue Lappen in der Wohnung hingen und er sich nichts sehnlicher wünschte, als dass sein „Räucherdrachen“ zu Hause mit dem Qualmen aufhöre. Die Quintessenz seines Vortrages: „Könnt` ich heute noch mal wählen aus, `ne Frau mit Rauch käme mir nicht mehr ins Haus“, konnte man gut verstehen.

„Du findet Glück durch Nostalgie“ war das Motto von Resi und Peter Butzke, die mit Bollerwagen, voll mit Sperrmüll – Verzeihung: voll mit nostalgischen Dingen – die Bühne enterten. Die beiden berichteten von der guten alten Zeit und wie man diese auch noch heute nutzen kann. So beispielsweise, wenn sich die liebe „Sippschaft“ zum Besuch ankündigt und ein verdunkeltes Haus ohne Heizung antrifft, einen Rosinenkuchen mit abgezählten 11 Rosinen vorgesetzt bekommt und als schweren Wein einen 40 Jahre alten Stachelbeerwein. Auch als Katholik sei heute wie früher vieles ähnlich, so die Sparsamkeit bei der Kollekte in der Kirche und auch bei der Umgestaltung des Badezimmers sei es heute wieder modern, als Klopapier ein Telefonbuch auszulegen.

Zur vorgerückten Stunde, als es für „Dienstmann“ Peter, der angenehm locker durchs Programm führte und immer wieder auch einen guten Witz einstreute – immer schwerer wurde, sich beim närrischen Volk bemerkbar zu machen, sogar eine Trillerpfeife einsetzte, um sich Gehör zu verschaffen, wurde den Vortragsreigen mit einem Beitrag von Valentin beendet. Er erzählte von einem ganz dunklen Punkt aus seinem Leben: von seinem Haarausfall und was er alles unternommen hat, seine Haarpracht wieder herzustellen. Er habe es mit „Urin von einer Taube“ versucht, wobei die Oma das missverstanden habe und ihm einen vollen Nachtopf über den Kopf geleert habe, mit diversen Haarwuchsmitteln, die dann an der Nasenspitze wucherten oder aber auch mit einer Transplantation, wobei die Pflege des „Golfplatzes“ Probleme bereitete, da zu wenig „gegossen“ die Haarwurzeln verdörrt seien. Letztendlich kam Valentin aber zu dem Ergebnis: „man kann auch mit Glatzkopf leben und kommt trotzdem gut durchs Leben“. Und dass ein Hund treuer ist als eine Frau, stand schon vorher fest und hätte keiner gesonderten Erwähnung bedurft.



Das Programm war auch in diesem Jahr wieder sehr ansprechend und wurde mit viel Applaus bedacht. Schön wäre es, wenn die Bühnen-Narren in den nächsten Jahren versuchen, etwas weniger „Bütt“ und dafür wieder etwas mehr Kreativität auf die Bühne zu zaubern, unsere Champs und die Damen mit ihren „Frauenträumen“ haben ja gezeigt, dass das geht und solche Vorträge beim Publikum besonders gut ankommen.

An dieser Stelle ganz besonders herzlichen Dank an alle, die diesen Abend im Hintergrund begleitet haben, insbesondere an Resi Butzke (Management), Inge Schuster und Günter Pfeiffer (Kassen), Ingrid Bouveret, Maria Maier, Sonja Hartmann und Catrin Simon (Catering) und den Männern Peter Butzke, Werner Schorb, Walter Hess, Richard Neller, Franz Amann und Bruno Stark (Raumdekoration, Bar und Bestuhlung, Auf- und Abbau).

22/01/08-OL/BS