Im schwarzen Adler gab’s Radau…

Bericht vom Fasching 2009

Pünktlich um 19:59 Uhr eröffnete am Samstag, dem 7. Februar 2009 Otmar Lisiecki in Vertretung des vom langwierigen Husten geplagten Peter Butzke den Fasnachtsabend und begrüßte im Namen der Verwaltung die Narren mit gereimten Versen im voll besetzten, originell geschmückten Martinussaal. Der gesamte Vorstand lag in diesem Jahr mit Husten, Grippe und Fieber flach, die Organisation übernahmen daher die neu gebildeten Teams „Interne Veranstaltungen“, hier federführend und sehr engagiert Tanja Koch und das Team „Catering“, angeführt von Ingrid Bouveret und Walter Hess. Das Speisenangebot, Schnitzel mit oder ohne Kartoffelsalat sowie Käse- und Heringsbrötchen, fand großen Anklang und reißenden Absatz.

Das närrische Volk des CeVau war von Anfang an gut drauf, die KJG hatte sogleich die Bar besetzt, wo ein männliches Engelchen und ein weibliches Teufelchen eiskalt u. a. „grüne Frösche“ und „gelb gefärbten“ Likör ausschenkten.

Dass es beim CeVau keines langen Anlaufes bedarf, bis Stimmung in der Bude ist, ist ja bekannt. Von DJ Uwe Kautz angeheizt ging es im „Kulturtempel Schwarzer Adler“ mit diversen Schunkelliedern auch sofort zur Sache. Das Bühnenprogramm litt ein klein wenig unter den grippebedingten Absagen einiger Akteure, trotzdem wurde den bestens gelaunten Besuchern bis 23:30 Uhr ein vielseitiges Programm geboten.

Eröffnet wurde das Programm von Monika Jakob, die sich als Frauenbeauftragte beim CV bewarb, um dort zu versuchen, den Frauen noch mehr Gewicht zu verleihen und künftig die Witze der Männer über Blondinen zu unterbinden. (Anmerkung: das wird ihr nicht gelingen!).

Es folgte ein Sketch von „Zwei Alten auf der Parkbank“, gespielt von Beate Maier und Valentin Ruppert. Während „sie“ in Jugenderinnerungen schwelgte, waren „seine“ Kommentare eher nüchtern sachlich. Erst als es um ein ganz bestimmtes Ereignis ging, das „sie“ unbedingt noch einmal mit „ihm“ nach all den Jahren machen wollte, ließ „er“ sich überreden: In die Hände klatschen und „backe, backe Kuchen…“ singen.




Als Moderator führte erstmalig Otmar Lisiecki locker durchs Programm, seine kleinen Anekdoten und zu den Vorträgen passenden Witze konnten gut gefallen und nur selten musste er sich per „Schelle“ bei den Narren Gehör verschaffen. Er brachte denn auch zum Ausdruck, dass es eine schöne Gewohnheit geworden sei, dass man die guten Kontakte zum Kirchenchor St. Michael in Weingarten auch dadurch pflegt, dass man sich gegenseitig bei Fasnachtsveranstaltungen besucht und das Programm mit gestaltet. In diesem Jahr gaben uns daher „Zwei Putzfrauen“ die Ehre, die Damen Sebold und Jerger, die sich in einem musikalischen Sketch überwiegend selbst auf die Schippe nahmen. (Der CV hat sich übrigens am 18.2. mit einem Beitrag in Weingarten revanchiert.)

Kornelia Grünwedel – ebenfalls in Weingarten schon lange als versierte Büttenrednerin bekannt – stieg auch in diesem Jahr wieder bei uns in die Bütt und erzählte haarsträubende Geschichten über „Dritte Zähne“. Dass die Enkel der Oma das Gebiss geklaut haben, um damit an Weihnachten Plätzchen auszustechen, war nur ein Geck, insgesamt ein lustiger und gelungener Vortrag.

Die Damen des Kirchenchores hatten auch in diesem Jahr wieder eine tolle Show vorbereitet und auf die Bühne gebracht. Das närrische Publikum durfte ausnahmsweise teilhaben an einer ansonsten streng geheimen Konventssitzung der „ehrwürdigen Schwestern des schuhlosen Klosters Frau Melissengeist aus Walzbachtal.




„Unheilige Stürme“ tobten hinter den Klostermauern, als sich sieben Nonnen mit ihren Träumen und Sehnsüchten und ihren allzu weltlichen Regungen der Merkwürdigen Mutter Oberin offenbarten. Die alle stilecht in Nonnenkostümen gekleideten ehrwürdigen Schwestern wollten zumindest zeitweise dem Klosterleben entfleuchen. Schwester Barbarella wollte Spaß haben und tanzen gehen, Schwester Tatjana suchte einen Mann und wollte schwanger werden, Schwester Sibyllima wünschte sich einen Auftritt in der FWK als Mundharmonikaspielerin, Schwester Ilonella war des Eintopfes überdrüssig und lechzte nach Handfestem, nämlich nach Würstchen und Steaks. Die Novizin Schwester Marittima mochte politisch tätig werden und der JU Walzbachtal beitreten, Schwester Valentina, für ihre kranke Mitschwester Lucinella eingesprungen, wollte gern zum Fasching nach Rio und Schwester Annaliesa fand die Idee, einen gemischten Orden mit den ehrwürdigen strumpflosen Brüdern vom Kloster Kirschwasser aus Weingarten zu gründen, prima. Nur die entsetzte Merkwürdige Mutter Monika (toll gespielt!) versuchte sich den lustvollen Gedanken ihrer Mitschwestern entgegen zu stemmen, scheiterte letztendlich aber kläglich. Dass am Schluss auch noch heraus kam, dass sich ein „staubiger Bruder“ unter die Schwestern gemischt hatte (Bruder Valentinus), setzte dem Spiel die Krone auf. Choreografisch wurden die ehrwürdigen Schwestern von Thomas Vollmer betreut, der auch dafür sorgte, dass immer die passende Musik bei den einzelnen Vorträgen erklang. Euch allen ein riesengroßes Dankeschön für diesen schönen Beitrag.

Als Zugabe gab es einen gespielten Witz der Schwestern Logica (Tanja Koch) und Mathematica (Ilona Pfeiffer), der in der Pointe endete, dass eine Schwester mit gerafftem Rock immer noch schneller laufen kann, als ein Mann mit herunter gelassener Hose.

Nun folgte ein musikalischer Vortrag ohne Musik, wobei die Unterstützung durch den Saal beim Refrain zur Melodie „Ja so warn` s, ja so warn` s die alten Rittersleut“ beeindruckend lautstark war. Vorsänger Otmar Lisiecki hatte neue Texte, natürlich bezogen auf den Kirchenchor, verfasst und a Capella vorgetragen. Einige Sänger konnten ihre ritterlichen Vorfahren im Vers wiedererkennen und auch manche Maid erfuhr Neues über die 1000 Jahre alte Verwandtschaft. Es wurde viel gelacht oder zumindest schadenfroh geschmunzelt.

Valentin Ruppert präsentierte als letzten Beitrag des Abends einen Flugzeugsketch, wo unfreiwillige Freiwillige aus dem Publikum als Flugzeug, Stewardessen, Flugpolizei oder Funker spielten und das restliche Publikum als Flugzeugpassagiere agieren musste. Erstmals durfte auch die Dirigentin Frau Barbara Grom ihr schauspielerisches Talent als Flugkapitän zeigen, am Anfang noch etwas ängstlich, vielleicht auch erschrocken wegen der schießwütigen Terroristen direkt neben ihr im Cockpit, steigerte sie sich erheblich und brachte das Flugzeug wieder gut auf den Boden zurück.

Der Fasnachtsabend des CeVau war sehr harmonisch, die Stimmung gut, und: „eines ist besonders schön, wir freu` n uns auf 2010“. Helau!

23/02/09-OL/BS