Ahoi, Alaaf, Prost und Helau, es krachte mein CeVau!

Bericht vom Fasching 2011

Tanz, Bühnenshow mit Comedy, Büttenvorträgen, Sketch und Gesang, Barbetrieb, lustig verkleidete und bestens gelaunte Narren, tolle Stimmung – das ist gelebte Fasnacht beim CeVau seit vielen Jahren. Der Martinussaal war am Vortag mit glitzernden Girlanden, bunten Luftballons und Lampions wieder super geschmückt, die Organisatoren Tanja Koch und Valentin Ruppert waren – wie alle anderen Bühnendarsteller – etwas nervös und angespannt, der Fasnachtsabend konnte also beginnen.

Die Computer gesteuerte Anlage von Alleinunterhalter Holger Böhm konnte zwar keine Schunkelrunde zur Begrüßung produzieren und hatte auch ansonsten wenig Faschingsmusik im Repertoire, trotzdem enterten die Tanzwütigen pünktlich um Punkt 20:11 Uhr die Tanzfläche und der „Kulturtempel Schwarzer Adler“ war sofort auf Betriebstemperatur. Otmar Lisiecki führte geschickt mit Witz und kleinen Geschichten durch die bestens organisierte Veranstaltung und durfte ein buntes, abwechslungsreiches und sehr vergnügliches Programm auf beachtlichem Niveau moderieren.



Akrobatisch und schwungvoll ging es los. Das 8-jährige Jugendtanzmariechen Laura Lazarowitz vom 1. Beiertheimer CC rockte gelenkig und sportlich die Bühne, die weiteren Bühnendarsteller des Abends konnten da nicht im Entferntesten mithalten. Laura kam mit ihrer Mama und Trainerin angereist und war einigen schon bekannt von Güntherchen Pfeiffers Geburtstagsfest im letzten Jahr. Ein großer Applaus und ein Geschenk belohnten Lauras Präsentation, tja, man müsste noch mal jung sein und soooo beweglich…

Die Jugend machte gleich weiter. Erfreute sie uns im letzten Jahr noch mit ihrem Vortrag „Für so etwas bist Du noch zu klein“, war sie mit ihren inzwischen 13 Jahren heute natürlich schon viiiel älter und stieg als pubertierendes Mädchen in die Bütt: Alicia Koch. Mit ihrem coolen Vortrag über die „Pubertät zeigte Alicia erneut couragiert ihr Talent; da ist in der Zukunft noch einiges zu erwarten.

Die „Champs vom Kerchechor“ Monika Jakob und Beate Maier glossierten mimisch und musikalisch das „Neueste vom vergangenen Jahr“. Dass dabei insbesondere der Dirigent Tobias Flick mit dessen eigenwilligen Einsingübungen und die Männer von Bass und Tenor ihr Fett weg bekamen, war zu erwarten, auch wenn die beiden Damen am Schluss die hl. Cäcilia anflehten: „Schick Männer uns, ganz viele, wir behandeln sie auch ganz sacht“! Wer’ s glaubt…

Anschließend glänzte das CeVau Ballett Schwarz-Weiß mit einem originellen Showtanz, denn die Damen waren mit den Beinen über gemeinsame schwarz-weiße Strumpfhosen aneinander gekettet und brachten mit ihrer einstudierten Fußakrobatik und Schrittfolge den Saal zum Kochen. Die mit viel Anmut, Grazie und viel Körperballance agierenden Damen des Balletts waren Bärbel Helfrich (Idee und Choreografie), Tanja Koch, Sibylla Lisiecki, Ilona Pfeiffer, Karin Pitz, Lucia Ruppert und Marita Silvery.



Ein Urgestein der Fanacht beim CeVau ist Kornelia Grünwedel, die in der Bütt ihre haarsträubenden Erlebnisse als Billigfliegerin mit „Weinair“ in die Türkei zum Besten gab. Dass sie den Rückflug sogar auf der zugigen Tragfläche verbringen musste, war dann aber doch leicht übertrieben.

Die Bar war von Piraten besetzt (Beate und Uwe Maier) und vor der Bar weidete ein Schaf. Da beim CeVau die Bar im Saal integriert ist, war sie natürlich ständig belagert, ohne dass man etwas vom Geschehen auf der Bühne verpasste. Sekt und Eierlikör Marke „Lioba“ fanden wie in jedem Jahr reißenden Absatz.

Ein brandaktueller Sketch folgte, obwohl er eigentlich erst im Jahr 2020 spielte. Sehr überzeugend dabei Lucia Ruppert als in Ehren ergraute Pfarramtssekretärin und Sibylla Lisiecki als Kundin in „Einmal Traufe bitte!“, das ist künftig die Kombination aus Trauung und Taufe. Dass neun Gemeinden von nur noch einem Pfarrer seelsorgerisch bedient werden, der Messner die Beichte abnimmt und Absolution per Sündenkatalog erteilt oder dass der Pfarrer im Wohnwagen haust und seinen Gottesdienst per Videokonferenz in die anderen Kirchen übertragen lässt, so ganz weit weg ist diese Vision ja beim zu erwartenden Priestermangel und der Schaffung von Seelsorgeeinheiten nicht mehr.



Mit lautem tatütata enterte die „schnellste“ Feuerwehr des Kreises die Bühne. Die drei (ge)wichtigen Damen Eva Maria Bofinger, Tanja Koch und Ilona Pfeiffer in voller Feuerwehrmontur mit Spritze reagierten auf den Notruf „es brennt“ aufreizend uninteressiert und betont gemächlich, Bier trinkend und Zeitung lesend – Comedy sehr komisch und gut gespielt.

„Morgens einen Joint und der Tag ist Dein Freund!“. In die Zeit der 60er versetzte uns Haschbruder Valentin Ruppert, der uns von seinen rosaroten Haschträumen berichtete. So versuchte er mit einem Ochsen zu boxen, sah im Pflaumenbaum anstatt Zwetschgen tolle Frauen und träumte von Liebe im Stundentakt.

Ein Highlight des Abends zum Schluss. Die sieben „Black Eagle Singers from Woalzrivervalley“, also die „Sänger vom Schwarzen Adler aus Walzbachtal“, am Klavier virtuos begleitet von Tobias Flick, hatten ein Dutzend Lieder mit eigenen Texten als Hommage an die Damen im Saal einstudiert. Auch dieser musikalische Vortrag von Walter Hess, Otmar Lisiecki, Kuno Neller, Richard Neller, Valentin Ruppert, Hubert Schwab und Klaus Volk erntete großen Beifall und manche „Rakete“ stieg in den Jöhlinger Narrenhimmel.




Die Organisatoren des Fasnachtsabends hatten auch 2011 ein attraktives Programm geboten, das gut gefallen konnte. Beste Stimmung bis in den frühen Morgen an der Bar, reibungsloser Service durch das Catering Team (ein dickes Dankeschön an Ingrid Bouveret und Team), die Kasse in besten Händen von Eva-Maria Bofinger – ein wunderschöner harmonischer und stimmungsvoller Fasnachtsabend ohne irgendwelche Misstöne.


18/03/11-OL