Maulfaules Trio Fatale beim CeVau

 

Der Termin für den CeVau – Fasching am 24. Jan. 2016 war auch diesmal wieder recht früh im Jahr, einige hatten nach den Weihnachtstagen noch gar nicht in den „Fastnachtsmodus“ geschaltet, andere wurden von einer Grippe nieder gestreckt oder waren beim Skifahren, wo doch endlich Schnee in den Bergen liegt.

Trotzdem war der Martinussaal  um 20.11 Uhr mit fantasievoll kostümierten Narren gut gefüllt und so bot sich ein farbenprächtiges und fröhliches Bild, passend zu dem sehr schönen Abend, der folgen sollte. Haus- und Hofmusiker Lothar aus der Pfalz, der bereits zum dritten Mal hintereinander Stimmung in die Bude des CeVau brachte, eröffnete den Abend mit ein paar Schunkelrunden.

Was dann folgte, war leicht peinlich. Anstatt das närrische Volk – wie es sich eigentlich gehört – mit launischen Worten zu begrüßen, waren auf der Bühne drei Tische vertikal aufgestellt und dahinter tauchten jeweils ein Frauenkopf auf, wie sich herausstellte, das neue Führungsteam des Vereins, das „Trio Infantil“ – ähh Entschuldigung –  es muss heißen das „Trio Fatale“. Jede der Damen hatte sich mit großformatigem und bereits beschriftetem Papier bewaffnet und diese Papiertafeln wurden nun abwechselnd von hinten nach vorne gehängt, wobei die Reihenfolge natürlich wichtig war. ZIMG_0341uerst erschien alles etwas planlos aber lustig, dann planvoll und lustig und am Schluss ergab das Ganze auch noch einen tieferen Sinn, denn das Publikum wurde auf diese Weise herzlich willkommen geheißen und nonverbal, begrüßt. Gebannt saß manch eine/r da und staunte, was da so alles geschrieben stand, von den Damen richtig gut und kreativ gemacht. Schnell war vergessen, dass es keine wortreiche Begrüßung gab und das „Trio Fatale“, bestehend aus Helga Bärenholz, Beate Maier und Karin Pitz hatte den Abend lustig, charmant und gekonnt eröffnet, und der Schultes bekam – wegen seiner abschweifenden Gedanken – eine Flasche Bier zur Belohnung.

Die Allzweckwaffe des Vereins (Theaterspielleiter, Moderator, Reiseveranstalter, Nikolausi) Valentin Ruppert führte wieder unterhaltsam durchs Programm, immer einen Witz parat oder eine kleine amüsante Geschichte, die den Saal zum Lachen brachte.

DSC_0109Da die Champs vom Kirchenchor in diesem Jahr pausierten (offensichtlich gab es 2015 zu wenig peinliches Material oder humorvolle Begebenheiten), durfte ein „Frauenversteher“ auf der Bühne unzensiert tätig werden und erläutern, wie Frauen eigentlich wirklich ticken – zumindest aus der Sicht des Mannes. Dass die Ausführungen von der holden Weiblichkeit nicht nur wohlgefällig aufgenommen wurden, war durchaus verständlich, Frauen können und konnten „Wahrheit“ noch nie recht vertragen. (Bsp.: Liebes Finanzamt, meine Frau ist eine außergewöhnliche Belastung und Sonderausgaben macht sie auch. Ich möchte sie gerne absetzen, sagen sie mir bitte wie und wo!). Aber egal, welches Thema angeschnitten wurde, Frau und Auto, Frau und Geld, Frau und Sex, Frau und Schönheit – immer wieder kam es zu Buhrufen und Pfiffen von Seiten den Frauen und viel Beifall von den Männern. Ob es sich der Aktive des Kirchenchors Otmar Lisiecki aber noch einmal antut, sich auf die Bühne zu stellen, ist doch recht unsicher, denn die erbosten Damen verloren nach Ende des Vortrags sogar ihre Contenance, stürmten die Umkleide und schlugen dem Redner ein „blaues“ Auge.

 

DSC_0119Premiere in der Bütt (auch ohne Bütte) hatte ein Mitglied des neuen Vereinsvorstands, Helga Bärenholz. „Ihr Mann“ stand im Mittelpunkt des kurzweiligen Vortags. Dieser arme Mensch konnte auch nicht viel recht machen, um seine Gattin zufrieden zu stellen, egal was er anfasste, es endete im Fiasko. Ein schöner und witziger Vortrag, der die Ausführungen des Vorredners wieder ein klein wenig zu Recht rückte. Leider.

 

Dann trafen sich in einem Sketch zwei Alte auf einer Parkbank. Während die eine Alte immer wieder selig die Augen gen Himmel verdrehte, wenn sie an frühere Zeiten dachte und auch versuchte, ihrem Alten neben sich auf der Bank ihre Gefühle zu vermitteln, las dieser ungerührt seine Zeitung und hörte nur mit halbem Ohr zu. „Ja, ja“, war sein einziger Kommentar. Erst als er die Zeitung weggelegt hatte und sie ihn stürmisch an die romantischen Stunden, die sie früher auch nächtens auf dieser Bank verbracht hatten, erinnerte, da wurde auch er gefügig und sie machten es noch einmal, so wie früher auf dieser Bank: „backe, backe Kuchen“…Ein gut gespielter und lustiger Sketch, gekonnt vorgetragen von Beate Maier und Valentin Ruppert.

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Ein weiterer Büttenvortrag rundete den kurzweiligen Abend ab. Obwohl sie schon alles versucht hatte, einen Mann per Annonce zu finden, suchte Walburga, alias Beate Maier, immer noch verzweifelt einen Mann. Weder über Parship, das Konradsblatt oder das Ortsblättle war ihr Erfolg beschieden und auch ein Aushang bei Penny an der Pinwand – zwischen Schleiflackwohnzimmerschrank und rotem Buggy – brachte keinen Erfolg. Ihre männlichen Verehrer hielten sich –ob ihres eher biederen Aussehens und auch wegen ihres schlichten Gemütes – sehr in Grenzen, und wenn trotzdem irgendwann einer versehentlich anbiss, war das eher dem Zufall geschuldet und Walburga schlug den Verehrer schnell wieder in die Flucht. So konnte Walburga machen was sie wollte, selbst bei erhofften sexuellen Übergriffen in einer Unterführung kam sie immer etwas zu spät. Mimik und Gestik toll, dazu ein perfektes Styling, Beate Maier hatte wieder einmal die Lacher auf ihrer Seite und zeigte ihr bemerkenswertes Talent, die Bühne als „Rampenschweinchen“ zu rocken.

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Auch in diesem Jahr – und da waren sich alle einig, die bis nach drei Uhr mit Musiker Lothar die Tanzfläche beackerten – war der Fasnachtsabend des CeVau sehr harmonisch und gelungen. Herzlichen Dank an dieser Stelle unseren Gästen, die uns seit Jahren die Treue halten und immer wieder betonen, dass sie den eher intimen Charakter einer kleineren FasnachtsveranstaIMG_0373ltung, wie sie der CeVau bietet, einer großen Saalfastnacht vorziehen.

Moderator Valentin Ruppert bedankte sich sehr herzlich bei Tanja Koch, die als Organisationsscheffin alles im Griff hatte, bei allen Auf- und Abbauhelfern von Frohsinn und CV, beim Cateringteam um Patrizia und Walter Hess, beim Team an der Bar Beate und Uwe Maier und den vielen ungenannten „Geistern“, ohne die eine Veranstaltung dieser Größenordnung nicht statt finden könnte. Wir freuen uns auf 2017.